April bis Juli 2013

Liebe Literaturfreunde in und um Bonn, liebe Leserinnen und Leser,

 

vor 80 Jahren, am 10. Mai 1933, brannten Bücher nicht nur in Berlin, Braunschweig, Bremen, Breslau, Dortmund, Dresden und vielen anderen Städten. Auch auf dem Bonner Marktplatz haben NS-Studenten sich an dieser landesweiten Zerstörungs-Aktion beteiligt. Um an diesen Akt der Barbarei zu erinnern und der Werke und Leiden der betroffenen Schriftsteller zu gedenken, wird Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch am 10. Mai 2013 ein Denkmal auf dem Bonner Marktplatz enthüllen. Im Gobelinsaal des Rathauses veranstalten wir an diesem Tag gemeinsam mit der Stadt Bonn, Theater Bonn und der Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus eine Lesung mit Texten aus verbrannten Büchern.

 

Joseph Roth schreibt im Herbst 1933 in seinem in den Pariser »Cahiers Juifs« publizierten Beitrag zur Bücherverbrennung über »Das Autodafé des Geistes«: »Wenn man die jüdischen Richter und Rechtsanwälte vertreibt oder einsperrt, wendet man sich im Geiste zugleich gegen Recht und Gerechtigkeit.« Genau diese Erfahrung musste 1933 auch ein junger Richter aus Berlin machen. Ursula Krechel hat ihm in ihrem 2012 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Roman »Landgericht« ein ergreifendes literarisches Denkmal gesetzt. Die Lesung ihres historischen Romans im Haus der Geschichte am 2. April ist insofern auch eine gute Ergänzung zum Thema Deutsche Geschichte.

 

Helen Hessel, Journalistin und Autorin, war mit dem jüdischen Schriftsteller Franz Hessel verheiratet. Seine Bücher waren im Dritten Reich verboten. Die Mutter des kürzlich im Alter von 95 Jahren gestorbenen Stéphane Hessel (»Engagiert Euch!«) musste 1940 nach dem Einmarsch der Deutschen in Frankreich untertauchen. Helen Hessel war das Vorbild für die von Jeanne Moreau verkörperte Cathérine in Franςois Truffauts Film »Jules et Jim«. Ihrem aufregenden Leben widmete die französische Autorin Marie-Franςoise Peteuil eine gerade erschienene Biographie, die wir im Juli gemeinsam mit der Bundeskunsthalle vorstellen.

 

Auch unsere anderen Veranstaltungen legen wir Ihnen ans Herz: Sie können im Mai die wunderbare Olga Martynova erleben, Trägerin des Ingeborg-Bachmann-Preises 2012. Und das furiose Romandebüt des Niederländers Peter Buwalda wird Sie so schnell nicht wieder loslassen. Die Begegnung mit dem amerikanischen Autor Stewart O’Nan dürfte ebenfalls aufregend werden.

 

Für den Herbst sollten Sie die Vorstellung des Buches von Torsten Körner über »Die Familie Willy Brandt« vormerken. Genauere Informationen werden Sie in unserem nächsten Programm finden.

 

Wir freuen uns wie immer auf Ihr Kommen und versichern Ihnen, dass Sie bereichert nach Hause gehen werden.

 

Ihre Barbara Weidle

Programmleitung Literaturhaus Bonn

 

 

 

URSULA KRECHEL »LANDGERICHT«

Lesung und Gespräch mit der Autorin

Moderation: Georg Gansen

Dienstag, 2. April, 19:30 Uhr, Haus der Geschichte

 

Richard Kornitzer ist Richter in Berlin. Er hat eine erfolgreiche Frau, zwei kleine Kinder, sein Lebensweg scheint vorgezeichnet. Bis er 1933 seines Amtes enthoben wird – aufgrund des perfiden Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. Als Jude muss Richard nach Kuba emigrieren. Die Kinder werden zu ihrer Rettung mit einem Kindertransport nach England geschickt. Ehefrau Claire bleibt allein in Deutschland. Erst 1948 kann Richard Kornitzer zurückkehren. In ein zerstörtes Nachkriegs-Deutschland, in eine durch die Zeitläufte zutiefst verletzte Familie. An den Gerichten findet er Kollegen vor, die sich erfolgreich durch das Dritte Reich manövriert haben und in der Gründerzeit der Bundesrepublik schon wieder gute Posten besetzen.

 

Ursula Krechel hat die Biographie des Juristen, der in Wirklichkeit einen anderen Namen trug, recherchiert und sie zu einem ergreifenden Roman verdichtet. Gleichzeitig erzählt sie die komplizierte Geschichte der jungen Bundesrepublik. 2012 bekam Ursula Krechel für »Landgericht« (Jung und Jung) den Deutschen Buchpreis. Die 1947 geborene Autorin erhielt bereits für ihren 2008 erschienenen Exil-Roman »Shanghai fern von wo« viel Anerkennung. Sie veröffentlichte Gedichtbände und Essays und schrieb Hörspiele.

 

100 Jahre – 100 Lesungen – Kurt Wolff Verlag –1913–2013

 

In Kooperation mit dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und der Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus

 

 

 

GERBRAND BAKKER »DER UMWEG«

Lesung und Gespräch mit dem Autor

Moderation: Heidemarie Schumacher

Donnerstag, 18. April, 20:00 Uhr, Katholische Familienbildungsstätte Bonn

 

Der niederländische Autor Gerbrand Bakker (Jahrgang 1962) hat hierzulande viele Leser mit seinen Romanen »Birnbäume blühen weiß« (2001) und »Oben ist es still« (2008) begeistert.

 

Sein jüngstes Werk »Der Umweg« (2012) ist die berührende Geschichte der Literaturwissenschaftlerin Agnes, die – eine unfertige Doktorarbeit über Emily Dickinson im Gepäck – ihren Mann verlässt, um sich in der Einsamkeit von Wales einen Ort zum Sterben einzurichten. Gebannt folgt man Bakkers Art zu erzählen, die bei der Schilderung einfacher und unspektakulärer Vorgänge den dunklen Untergrund der Handlung immer wieder durchschimmern lässt.

 

Eine Geschichte ohne viel Pathos über das, was Rilke den eigenen Tod genannt hat. Die Zeit

 

Kurz, knapp und schmucklos entfaltet Bakker sein Szenario, wobei sich hinter der kargen Erzählfassade dunkle Obsessionen, Ängste und Aggressionen verbergen. Es ist der schwankende Boden dieser Geschichte, der fasziniert … und den Autor zu einem diabolisch guten Erzähler macht. Süddeutsche Zeitung

 

In Kooperation mit der Katholischen Familienbildungsstätte Bonn

 

 

 

BONN: 10. MAI 1933

Lesung anlässlich der Enthüllung des Denkmals zur Erinnerung an die Bücherverbrennung im Mai 1933 mit Michael Klevenhaus, Karin Krömer, Dennis Pörtner und Birte Schrein

Moderation: Michael Klevenhaus

Freitag, 10. Mai, 14:30 Uhr, Gobelinsaal im Alten Rathaus

 

Der 10. Mai 1933 war ein Mittwoch. In Bonn war das Wetter nicht besonders gut, für den Abend war Regen gemeldet. Die Presse berichtete über den gerade verabschiedeten Haushalt der Stadt, einen Verkehrsunfall auf der Bornheimer Straße und kündigte die Komödie »Charleys Tante« im Stadttheater an. Das Wohlfahrtsamt teilte mit, dass verbilligte Speisefette nicht in jüdischen Geschäften zu erhalten seien; die Reichsbahn warb mit Sonderangeboten für Pfingsten. Ein ganz normaler Wochentag in Bonn. Die Studentenschaft der Universität Bonn rief für den Abend um 23 Uhr zu einer »Kundgebung wider den undeutschen Geist« auf. Vor dem Rathaus sollten dabei »zersetzende jüdische und marxistische Schriften« verbrannt werden – gemeint waren unter anderem Werke von Bertolt Brecht, Max Brod, Maxim Gorki, Ernest Hemingway, Alfred Kerr, Alexandra Kollontay, Heinrich Mann, Erich Maria Remarque, Anna Seghers oder Arnold Zweig. Es ist den Nationalsozialisten nicht gelungen, diese Literatur zu vernichten: Sie wird bis heute immer wieder gedruckt und gelesen.

 

Zur Lesung und Enthüllung des Denkmals auf dem Bonner Marktplatz lädt Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch herzlich ein.

 

In Kooperation mit der Bundesstadt Bonn, der Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus und Theater Bonn

 

 

 

BERTOLT BRECHT, HELENE WEIGEL

»ICH LERNE: GLÄSER + TASSEN SPÜLEN« – BRIEFE 1923–1956

Lesung mit Birte Schrein und Bernd Braun

Donnerstag, 16. Mai, 20:00 Uhr, Werkstatt im Opernhaus

 

Aufgrund der großen Nachfrage lesen Birte Schrein und Bernd Braun ein zweites Mal aus der unlängst bei Suhrkamp publizierten, in dieser Vollständigkeit bisher unbekannten Korrespondenz zwischen Bertolt Brecht und Helene Weigel: Da schreiben sich zwei Künstler von Weltrang und gleichzeitig zwei bedrängte Exilanten, zwei Liebende, deren Beziehung über Jahrzehnte Brechts zahlreiche Geliebte verkraften musste, zwei Erneuerer des Theaters, deren Alltag nicht zuletzt Alltäglichkeiten barg: So geht es in den Briefen ebenso um Bücher und Artikel, Autopreise und verlorene Papiere wie um Weigels Rollen und Auftritte und die Resonanz bei Kritik und Publikum. Um die Arbeit an Brechts Stücken oder darum, dass er »mit viel Nikotin wenige Sonette hergestellt« habe. Und nicht zuletzt um das Exil und die Nöte einer Schauspielerin, die fünfzehn Jahre ohne Bühne lebte.

 

Birte Schrein und Bernd Braun operieren, an weißen Holztischen sitzend, mit wohlgesetzten Blickkontakten, von moderat bis delikat. »Der Fettfleck am oberen Rand ist vom Abschminken«, erläutert Helene, die den Brief in der Garderobe der Scala verfasste. Wie wundervoll! Da kann die sinnlich degenerierte E-Mail- und SMS-Gesellschaft nicht mithalten. General-Anzeiger

 

In Kooperation mit Theater Bonn

 

 

 

OLGA MARTYNOVA »MÖRIKES SCHLÜSSELBEIN«

Lesung und Gespräch mit der Autorin

Moderation: Hubert Winkels

Dienstag, 21. Mai, 20:00 Uhr, Buchhandlung R², Siegburg

 

Mit »Mörikes Schlüsselbein« hat Olga Martynova ein federleichtes Buch geschrieben: »Eine kleine Russin mit Haar aus schwarzer Zuckerwatte«, die Haut eines alten Mannes »zerknülltes Pauspapier«. Es ist die Sprachkraft einer Lyrikerin, die diese Formulierungen verraten. Einer originellen Beobachterin und Erfinderin, die den Leser mit ihren poetischen und klugen Gedanken in einen zarten Sprachnebel von verblüffender Klarheit hüllt. Völlig unangestrengt, geradezu amüsant erzählt sie ihre Geschichten über das Leben der Kunst und der Künstler, Geschichten von Menschen und den brüchigen oder doppelten Böden ihres Denkens und ihres Daseins.

 

Mir gefällt dieser hintersinnige, lakonische und anarchische Witz.

Daniela Strigl, Mitglied der Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises

 

Olga Martynova, geboren 1962 in Sibirien, wuchs in Leningrad auf, studierte russische Sprache und Literatur und lebt seit 1991 mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Oleg Jurjew, in Frankfurt. Gedichte schreibt sie in Russisch, Essays und Prosa auf Deutsch. Ihr Roman »Sogar Papageien überleben uns« (2010) stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Für »Mörikes Schlüsselbein« (Droschl), ein Kapitel aus dem gleichnamigen, im März 2013 erschienenen Roman, wurde ihr im Sommer 2012 der Ingeborg-Bachmann-Preis verliehen.

 

In Kooperation mit der Buchhandlung R² – Gebrüder Remmel

 

 

 

PETER BUWALDA »BONITA AVENUE«

Lesung und Gespräch mit dem Autor und seinem Übersetzer Gregor Seferens

Moderation: Barbara Weidle

Lesung der deutschen Texte: Arne Lenk

Donnerstag, 28. Mai, 19:30 Uhr, Bonner Kunstverein

 

Die »Bonita Avenue« ist eine Straße in Los Angeles. Doch bis man das erfährt, hat man sich schon hoffnungslos festgelesen in diesem spannenden Roman über eine Vorzeige-Patchwork-Familie in Enschede – und ihre Abgründe. Im Familien-Idyll von Siem Sigerius, Mathematiker, Universitätsrektor, Judomeister und Jazzfan, seiner Frau, einer Möbel-Designerin, und der Stieftochter Joni mit ihrem Freund Aaron Bever, einem Fotografen, bleibt buchstäblich kein Stein auf dem anderen. Die Fassade stürzt immer mehr ein. Nichts ist so, wie es schien. Alles ist noch viel schlimmer.

 

Die europäische Antwort auf Jonathan Franzen. Die Zeit

 

Peter Buwalda (Jahrgang 1971), niederländischer Journalist und Essayist, hat mit »Bonita Avenue« 2010 seinen vielbeachteten ersten Roman veröffentlicht, für den er 2012 den Anton-Wachter-Preis erhielt. Das Buch, das in deutscher Übersetzung gerade bei Rowohlt erschienen ist, wurde in den Niederlanden über 250.000 Mal verkauft.

 

Der Übersetzer aus dem Niederländischen Gregor Seferens lebt in Bonn und hat u.a. Werke von Harry Mulisch, Anna Enquist, Louis Paul Boon sowie nun »Bonita Avenue« ins Deutsche übertragen.

 

In Kooperation mit dem Bonner Kunstverein

 

 

 

STEWART O’NANS AMERIKA

Lesung und Gespräch mit dem Autor

Moderation: David Eisermann

Lesung der deutschen Texte: Fritzi Haberlandt

Montag, 3. Juni, 19:30 Uhr, Haus der Geschichte

 

Das große Publikum, das Stewart O’Nans Romane in Deutschland gefunden haben, zeigt: Leser hierzulande sind fasziniert von typisch amerikanischen Themen, aber auch von der Erzählweise amerikanischer Autoren. O’Nans Bücher wie »Alle, alle lieben Dich« (Rowohlt, 2009) oder das neue »The Odds: A Love Story« (2012; noch ohne deutschen Titel) besitzen große emotionale Kraft – gleichzeitig schön, wahrhaftig und verstörend. Dabei weiß O’Nan stets die Abgründe des Melodramas oder der falschen Anmut zu vermeiden. In immer wieder wechselnder Perspektive demonstriert er, wie Menschen sich gegenseitig zum Rätsel werden können und sich Alltagsleben im Handumdrehen in den reinen Schrecken verwandeln kann.

 

Fritzi Haberlandt liest ausgewählte Passagen aus Stewart O’Nans Romanen. David Eisermann spricht mit dem Autor, von dem auf deutsch zuletzt »Emily, allein« (Rowohlt, 2011) erschienen ist. Ein Gespräch über Stewart O’Nans Amerika, über den ganz besonderen Zugriff dieses Autors auf das Leben und die Menschen in den USA.

 

In Kooperation mit dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der Ausstellung »The American Way. Die USA in Deutschland« und der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

 

 

 

OSWALD EGGER »EUER LENZ«

Lesung und Gespräch mit dem Autor und Inhaber der Thomas-Kling-Poetikdozentur Moderation: Thomas Fechner-Smarsly

Donnerstag, 20. Juni, 20:00 Uhr, Lipschitz-Hörsaal, Mathematisches Institut der Universität Bonn

 

Der Schriftsteller Oswald Egger gehört zu jener Gruppe von Autoren, die den Horizont erweitern – den Horizont des Gedichts und mit diesem auch den Horizont des Lesers. Nicht nur inhaltlich, sondern auch formal sprengt Egger dabei Grenzen, zuletzt mit seinem knapp 750-seitigen Großwerk »Die ganze Zeit« (2010). Darin betreibt er – bis in die graphische Gestaltung des Textes hinein – mal forschend, mal verspielt, konstruktivistisch oder kontemplativ, lakonisch wie enzyklopädisch, eine Erkundung des Bewusstseins – als Teil eines größeren Ganzen, ob wir es nun Natur oder Welt nennen mögen.

 

1963 in Südtirol geboren, lebt Egger heute am Niederrhein. Zu den zahlreichen Preisen für sein Werk gehört neben dem Clemens-Brentano-Lyrikpreis (2000) und dem Peter-Huchel-Preis (2008) zuletzt auch der Oskar-Pastior-Preis für experimentelle Poesie. Seit 2011 Professur für »Sprache und Gestalt« an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. In diesem Jahr gastiert der Autor als Inhaber der Thomas-Kling-Poetikdozentur an der Universität Bonn, außerdem leitet Egger als Nachfolger von Thomas Kling seit mehreren Jahren das künstlerische Programm auf der ehemaligen Raketenstation Hombroich bei Neuss.

 

In Kooperation mit der Universität Bonn und der Kunststiftung NRW

 

 

 

MARIE-FRANÇOISE PETEUIL

»HELEN HESSEL. DIE FRAU, DIE JULES UND JIM LIEBTE«

Lesung und Gespräch mit der Übersetzerin Patricia Klobusiczky

Moderation: Almuth Voß

Donnerstag, 11. Juli, 19:00 Uhr, Bundeskunsthalle, Lounge

 

Helen Hessel, geb. Grund, Vorbild der Cathérine in Truffauts berühmtem Film »Jules et Jim«, Mutter von Stéphane Hessel (dessen Aufrufe »Empört Euch!« und »Engagiert Euch!« gegenwärtig weltweit diskutiert werden), Schülerin von Käthe Kollwitz, Modekorrespondentin der Frankfurter Zeitung in Paris, Widerstandskämpferin, die ihren jüdischen Ex-Mann Franz Hessel 1938 aus Berlin herausholte und vor dem KZ bewahrte, Kunstliebhaberin, die Paul Klees Bild »Angelus Novus« genauso bewunderte wie Walter Benjamin, Übersetzerin der deutschen Erstausgabe von Vladimir Nabokovs »Lolita«, Journalistin, deren Glossen und Artikel von Adorno in höchsten Tönen gelobt wurden – diese Frau, gebürtige Berlinerin und später Wahlfranzösin, ist in Deutschland nahezu unbekannt. Anders in Frankreich, wo 2011 die erste Biographie erschien – die Biographie einer wahrhaft legendären Persönlichkeit, die es gerade hierzulande zu entdecken gilt.

 

Patricia Klobusiczky hat das so faszinierende wie minutiös recherchierte Buch ins Deutsche übertragen. Die Übersetzerin, langjährige Lektorin und Programmleiterin liest aus der soeben bei Schöffling veröffentlichten Ausgabe und spricht über ihre Arbeit als literarische Grenzgängerin und Vermittlerin zwischen Welten.

 

In Kooperation mit der Bundeskunsthalle

 

 

 

WORKSHOPS

 

AUTORENWORKSHOP

Das Literaturhaus eröffnet im Juni eine Reihe mit Autorenwork-shops. Den ersten Workshop leitet Jo Lendle, der von 1997 bis 2005 als Lektor und seit 2006 als Programmleiter und Verleger im DuMont-Literaturverlag arbeitete. Lendle, der sich auch als Autor einen Namen gemacht hat (zuletzt mit den Romanen »Die Kosmonautin« und »Alles Land«) tritt 2014 die Nachfolge von Michael Krüger im Hanser-Verlag an.

 

Mit Jo Lendle konnte das Literaturhaus Bonn einen herausragenden Workshop-Leiter gewinnen. Interessenten möchten bitte einen ca. dreiseitigen Prosaauszug (Roman/Kurzgeschichte, keine Lyrik!) per Email bis zum 10. Mai an das Literaturhaus Bonn (post@literaturhaus-bonn.de) senden. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Der Workshop findet statt am 8. und 9. Juni 2013. Ortsangaben, ein Ablaufplan und ein Reader mit den Texten werden zehn Tage vor dem Workshop an die Teilnehmer verschickt.

 

Teilnahmegebühr 180 €, für Studierende 120 €

 

 

LESEZIRKEL

 

Das Literaturhaus Bonn bietet für Mitglieder einen Lesezirkel an, in dem Werke eingeladener Autorinnen und Autoren diskutiert werden. Der Lesezirkel wird von unserem Vorstandsmitglied Heidemarie Schumacher geleitet und trifft sich einmal im Monat in der Buchhandlung Böttger, Maximilianstr. 44, Bonn.

 

Fragen und Anmeldungen unter post@literaturhaus-bonn.de

Grusswort

Roger Willemsen

Schirmherr 2010-2016

In Kooperation mit

»Wie gut, dass die Literatur in Bonn endlich ein Dach bekommt: Große Autorinnen und Autoren, Romane und Dichtung, Vergangenheit und Gegenwart, Zeitkritik und Polemik, kunstvoll Ziseliertes und spontan Improvisiertes, lauter innere Ereignisse. Die Ressourcen der Literatur sind unerschöpflich, und sie bieten der Leserschaft unendliche Möglichkeiten der Selbstverwandlung an. Freuen Sie sich also, es ist angerichtet. Nun müssen nur noch die Gäste kommen: Sie.«



Gefördert vom Kulturamt der Bundesstadt Bonn und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Stadt Bonn