Extra im August 2020

5 Jahre Haus der Bildung

»FRAG BEETHOVEN«

Freitag, 21. August, 14:30 - 18 Uhr

Haus der Bildung

Schon 5 Jahre lang lebt und arbeitet das Literaturhaus Bonn im

Bonner Haus der Bildung. Erfreut sich des zentralen Standorts, der

wunderschönen alt-neuen Architektur, des leckeren Kaffees im Café Liebeslesen und der famosen Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Bonn. Ein Grund zu feiern, wie wir meinen, natürlich mit der Stadt Bonn, allen Nachbar_innen, Partner_innen, Mitgliedern – und mit Ihnen!

Auf den Tag genau 5 Jahre nach der damaligen Schlüsselübergabe

an Stadtbibliothek, Volkshochschule und Literaturhaus gibt es erneut einen Festakt mit Geburtstagstorte und Oberbürgermeister hier im Saal. Drumherum und im Anschluss ein buntes Programm mit Musik, Ausstellungen, Bastelangeboten und Führungen ins Innenleben des Hauses. Als besonderer Act ist unser BeethovenBot zugegen: An der »Frag Beethoven –Station« können Geburtstagsgäste sich am installierten Laptop in Live-Chat mit dem Meister begeben. Der gute alte Ludwig van antwortet im O-Ton. Gewiss so unterhaltsam, wie wir ihn kennen: @lettersofludwig

 

In Kooperation mit:

April bis Juni 2020

Kai Wieland

»Zeit der Wildschweine«

 

Donnerstag, 25. Juni, 20:00 Uhr

Adresse nach Bestellung

Leon will vieles sein: Boxer, Gitarrist, Surfer, Weltenbummler. Erstmal ist er aber Reisejournalist, ein junger Mann mit fragilem Selbstbild und einem Hang zum Risiko. Würde er sonst Hals über Kopf mit dem faszinierenden Fotografen Janko aufbrechen, um französische Niemandsorte zu erkunden? Doch als sich ein Kampf darum entspinnt, ob der mit seiner Kamera oder Leon mit seinem Stift die Deutungshoheit über Welt und Werte behalten, wird dem Hans Dampf in allen Gassen klar, dass ihm diese Reise zum Verhängnis werden könnte.

Kai Wieland erzählt in »Zeit der Wildschweine« (Klett-Cotta) von der Wucht, mit der einen das Schicksal manchmal ins Schlingern bringt, und vom Preis für ein Leben ohne Verpflichtungen.

 

zwischen/miete nrw ist ein neues Format in Bonn. Dabei mieten sich junge Autor*innen für einen Abend in WGs ein. Zwischen Putzplan und Altglaslager entsteht ein Ort für junge Literatur. Dazu gibt’s Getränke.

 

Tickets nur unter zwischenmiete.nrw/bonn

 

5,- (inkl. Begrüßungsgetränk)

 

Gefördert vom

 

Pierre Jarawan

»EIN LIED FÜR DIE VERMISSTEN«

Dienstag, 9. Juni, 19 Uhr
Konrad-Adenauer-Gymnasium, Aula

 

Als 2011 der Arabische Frühling voll entfacht ist, löst der Fund zweier Leichen auch in Beirut erste Unruhen aus. Während schon Häuser brennen, schreibt Amin seine Erinnerungen nieder: an das Jahr 1994, als er als Jugendlicher mit seiner Großmutter in den Libanon zurückkehrte, zwölf Jahre nach dem Tod seiner Eltern, an seine Freundschaft mit dem gleichaltrigen Jafar … Auch Jarawans zweiter Roman führt ein in eine Welt voller unvergesslicher Figuren, sinnlicher Eindrücke und Emotionen, virtuos verknüpft mit der bewegten Geschichte des Nahen Ostens.

 

Pierre Jarawan wurde 1985 als Sohn eines libanesischen Vaters und einer deutschen Mutter in Amman, Jordanien, geboren, nachdem diese vor dem Bürgerkrieg geflohen waren. Im Alter von drei Jahren kam er mit seiner Familie nach Deutschland. 2012 wurde er Internationaler Deutschsprachiger Meister im Poetry Slam. Sein Romandebüt »Am Ende bleiben die Zedern« war 2016 ein Sensationserfolg und ist heute, übersetzt in viele Sprachen, ein internationaler Bestseller.

 

Nach dem erfolgreichen Start im Frühjahr 2019 kehrt unsere KlasseBuch-Reihe ans Konrad-Adenauer-Gymnasium zurück: Aufbauend auf Projektarbeit und Lektüre im Unterricht, wird eine öffentliche Lesung für Schülerinnen und Schüler zum Live-Erlebnis, an dem sie aktiv beteiligt sind.

 

Konrad-Adenauer-Gymnasium, Max-Planck-Str. 24-36, Bonn

 

Karten im VVK über Bonnticket 12 €/6 €, Abendkasse 14 €/8 €

In Kooperation mit


Olivia Wenzel

»1000 Serpentinen Angst«

Donnerstag, 28. Mai, 19 Uhr per Stream via Instagram
in Zusammenarbeit mit der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule

In ihrem Debütroman „1000 Serpentinen Angst“ erzählt Olivia Wenzel herzergreifend und mit Humor von einer jungen schwarzen Frau, die - in den 80ern und 90ern in Thüringen aufgewachsen - durch die gegenwärtige Welt reist und sich dabei eindringliche Fragen stellt.

 

Olivia Wenzel, geb. 1985 in Weimar, schreibt Theatertexte und Prosa, tritt als Musikerin und Performerin auf. Ihre Stücke wurden an bekannten Bühnen wie den Münchner Kammerspielen und dem Deutschen Theater Berlin gespielt. Am Literaturhaus Bonn leitete sie Schreibworkshops für Kinder und Jugendliche und war mehrfach beteiligt am Bal littéraire.

 

Die KlasseBuch-Reihe des Literaturhauses Bonn gibt es seit 2019: Schüler*innen lernen Literatur nicht als Reclam-Heft kennen, sondern im lebendigen Kontakt mit den Autor*innen. Aufbauend auf Projektarbeit und Lektüre im Unterricht, entsteht eine öffentliche Präsentation, die die Schüler*innen eigenständig vorbereiten und hosten. Aufgrund der derzeitigen Einschränkungen durch das Corona-Virus findet die Reihe erstmals digital statt.

Gefördert von


Markus Gabriel

»FIKTIONEN«

Moderation: Thomas Fechner-Smarsly

Montag, 25. Mai, 19:30 Uhr

per Stream via Facebook und YouTube

Fast sind Wirklichkeit und Fiktion heute ununterscheidbar. Davon ist nicht nur die mediale Öffentlichkeit, sondern auch das Selbstverständnis der Literatur- und Geisteswissenschaften betroffen. Um dieser Sackgasse zu entrinnen, entwickelt Markus Gabriel in seinem neuen Buch eine realistische Philosophie der Fiktionalität, die zugleich die Fundamente einer Theorie der Objektivität der Geisteswissenschaften legt. Ein philosophisches Grundlagenwerk.

 

In seinem Zentrum steht die »Selbstbildfähigkeit« des Menschen. Fiktionen wie Anna Karenina, Macbeth oder Jed Martin, der Protagonist in Michel Houellebecqs »Karte und Gebiet«, sind wirksame Prozesse der Selbstdarstellung der geistigen Lebensform des Menschen. Um dies anzuerkennen, muss der anthropologischen Zentralstellung der Einbildungskraft zu ihrem Recht verholfen werden. Gabriels Neuer Realismus überwindet den falschen Gegensatz von Sein und Schein, um unseren bedrohten Sinn für das Wirkliche zu rekalibrieren.

 

Markus Gabriel, geboren 1980, ist Inhaber des Lehrstuhls für Erkenntnistheorie, Philosophie der Neuzeit und Gegenwart an der Universität Bonn. Vor allem mit seinem Bestseller »Warum es die Welt nicht gibt« (2013) wurde er weit über die Grenzen der Fachwelt hinaus bekannt.

 

Über eine Spende statt des regulären Eintritts würden wir uns sehr freuen. Spenden per PayPal: https://bit.ly/2WMYR2n

Martin Becker

»Marschmusik«

Mittwoch, 20. Mai, 17:30 Uhr, per Stream via YouTube

Tief unter der Erde hält der junge Mann aufgeregt und fiebrig ein warmes Stück Kohle in der Hand. Zum ersten Mal. Hier im Streb, wo Generationen von Bergleuten malocht haben. Bald endet die Kohleförderung in Deutschland. Und damit das Leben unter Tage. Dann ist im Ruhrpott Schicht im Schacht. Und es bleiben nur noch Erinnerungen: an den wortkargen Vater und die Abende mit Bier, Schnaps und Marschmusik aus dem Küchenradio. An ein Milieu, das für immer verschwinden wird. »Marschmusik« ist eine Geschichte vom Erwachsenwerden, ein Buch über die magische Welt des Kohlebergbaus und über die verführerische Kraft der Finsternis unter Tage – allem Verschwinden zum Trotz immer wieder erzählt mit Leichtigkeit und Witz.

Martin Becker, 1982 geboren. Macht Radio. Schreibt Bücher. Mag Hunde. Er ist in der sauerländischen Kleinstadt Plettenberg aufgewachsen, freier Autor für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Literaturkritiker beim Deutschlandfunk und bei Deutschlandradio Kultur und berichtet in Features und Reportagen unter anderem aus Tschechien, Frankreich, Kanada und Brasilien. Sein Roman »Marschmusik« erschien 2017.

zwischen/miete nrw gibt's jetzt auch online – und in Brüssel: Die Landesvertretung Nordrhein-Westfalen in der Hauptstadt der EU organisiert mit ihr ein Gastspiel im virtuellen Raum. Was den enormen Vorteil hat, dass nicht nur endlich wieder Gespräche zwischen Autor*in und Moderator Til Strasser über das jeweilige Buch des Abends enstehen, sondern sich das Publikum auch mit per Chat eingeworfenen Fragen beteiligen kann - ganz so also, als säße man doch wieder kuschlig um ein Sofa herum.

 

Eintritt frei

 

Gefördert vom

 

Ines Bayard

»SCHAM«

Moderation und Übersetzung: Almuth Voß, Kathrin Kühn

Lesung der deutschen Texte: Lou Zöllkau
Dienstag, 28. April 19:30 Uhr

Institut Français Bonn

»Jeder Satz ist ein Stich ins Herz.« Der Spiegel

 

Maries Leben ist perfekt. Sie und ihr Mann sind jung und erfolgreich, jetzt wollen die beiden ein Kind. Da passiert das Unfassbare. Marie wird von ihrem Chef auf dem Heimweg brutal vergewaltigt. Und er setzt sie so unter Druck, dass sie niemandem, nicht einmal ihrem Mann, davon erzählt. Die junge französische Autorin Inès Bayard lässt in ihrem eindrucksvollen Debütroman keinen Zweifel: an dem, was geschehen ist, und daran, dass Marie keine Schuld trifft. Und doch müssen wir zusehen, wie Marie der Moment, in dem sie noch Hilfe suchen könnte, entgleitet, wie sie vom Opfer zur Täterin wird.

 

»Scham« ist ein emotional aufrührender Roman, ein nachdenkenswerter Beitrag zur Geschlechterdebatte, ein fesselndes Leseereignis, dem man sich nicht entziehen kann.

 

Inès Bayard, geboren 1992 in Toulouse, lebt derzeit in Berlin. »Scham« (Deutsch von Theresa Benkert) ist ihr erster Roman und stand auf der Longlist für den Prix Goncourt 2018.

 

Institut Français Bonn, Adenauerallee 35, Bonn

 

Karten im VVK über Bonnticket 12 €/6 €, Abendkasse 14 €/8 €

In Kooperation mit:

mit Dorian Steinhoff und Verena Güntner

»Power«

Donnerstag, 23. April, 20 Uhr

Namenlos

Sidekick: Mario Neumann

»Power« ist eine faszinierende Parabel auf die Gegenwart, absurd, märchenhaft und radikal. Ein großer Gesellschaftsroman über Macht und Niedertracht – und eine Kampfansage: So, wie es ist, kann es nicht weitergehen. - Jan Brandt

 

Die selbstbewusste Kerze ist gerade noch ein Kind. Sie lebt in einem kleinen, von Wald und Feldern umgebenen Dorf, das nur noch wenige Bewohner hat. Eines Tages geht Power, der Hund einer Nachbarin, verloren. Kerze macht sich auf die Suche und verspricht, ihn zurückzubringen. Beobachtet wird sie dabei von den Kindern des Dorfes, die sich ihr nach und nach anschließen. Ein ganzes Rudel bildet sich, das bellend und auf allen vieren Powers Fährte aufnimmt, das Dorf verlässt und in den Wald zieht …
Mit Sprachmacht, Scharfsinn und Einfühlungsvermögen erzählt Güntner die Geschichte einer Radikalisierung und davon, was mit einer Gemeinschaft geschieht, die den Kontakt zu ihren Kindern verliert.

 

Verena Güntner, Jg. 1978, war viele Jahre lang Schauspielerin, u.a. am Theater Bonn. Schon für ihren Debütroman »Es bringen« (2014) wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet; »Power« war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Gemeinsam mit Moderator Dorian Steinhoff bestreitet sie unseren nächsten Literaturshow-Abend: einen Mix aus Lesung und Late-Night-Show, kurzgetaktet, mit Verve und Witz.

 

www.literaturshow.de

 

Namenlos, Bornheimer Str. 20-22, Bonn

 

Eintritt 6 €, Kulturticket 2,50 €; Abendkasse und VVK über Bonnticket

 

Gefördert von:


Sebastian Stuertz

»Das eiserne Herz des Charlie Berg«

Donnerstag, 16. April, 20 Uhr

Adresse nach Bestellung

Charlie hat ein schwaches Herz, aber eine feine Nase. Und er kann telepathisch mit Hirschen kommunizieren, wenigstens mit dem Hirsch, den sein Opa auf der Jagd erledigen will. Stattdessen wird allerdings der Opa erledigt und eine turbulente Geschichte nimmt ihren Lauf: »Das eiserne Herz des Charlie Berg« (btb Verlag) erzählt vom Aufwachsen mit Theatermutter und Kiffervater, von der großen Liebe in Mexiko, einer legendären Band, einem sagenumwobenem Parfum und magischem Hirschgulasch. Zusammengehalten wird all das durch den Sound von Sebastian Stuertz, durch Vibe und Witz und Wagemut – ein Feuerwerk von Debütroman.

 

zwischen/miete nrw ist ein neues Format in Bonn. Dabei mieten sich junge Autor*innen für einen Abend in WGs ein. Zwischen Putzplan und Altglaslager entsteht ein Ort für junge Literatur. Dazu gibt’s Getränke.

 

Tickets nur unter zwischenmiete.nrw/bonn

 

5,- (inkl. Begrüßungsgetränk)

 

Gefördert vom

 

Josef Haslinger

»MEIN FALL«

Moderation: Johannes Schröer

Donnerstag, 2. April, 19:30 Uhr

Saal im Haus der Bildung

»Haslinger hat ein neues Genre eröffnet: die literarische Zeugenaussage. Ein literarisches Glanzstück.« Süddeutsche Zeitung

 

Der Bub hätte Pfarrer werden sollen, er liebte die Kirche. Als Zehnjähriger im Sängerknabenkonvikt Stift Zwettl eingeschult, sah er seine Liebe von den Patres erwidert. Erst von einem, dann auch von anderen.

 

Jahrzehnte später, im Februar 2019, tritt Josef Haslinger mit seinem Fall vor die Ombudsstelle der Erzdiözese Wien für Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch. Dreimal muss er seine Geschichte vor unterschiedlich besetzten Gremien erzählen. Bis der Protokollant ihn schließlich auffordert, die Geschichte doch bitte selbst aufzuschreiben.

 

Josef Haslinger, 1955 in Niederösterreich geboren, lebt in Wien und Leipzig, wo er am Deutschen Literaturinstitut Professor ist. Mit seinem Politthriller »Opernball« wurde er 1995 international bekannt. Für seine Erzählungen und Romane erhielt Haslinger zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Preis der Stadt Wien, den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels und den Rheingau Literaturpreis. Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und war mehrfach Stipendiat des deutschen Literaturfonds.

 

Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1, Bonn

 

Karten im VVK über Bonnticket 12 €/6 €, Abendkasse 14 €/8 €

In Kooperation mit:

 

BeethovenBot

16.12.2019 - 17.12 2020

Grusswort

Roger Willemsen

Schirmherr 2010-2016

In Kooperation mit

»Wie gut, dass die Literatur in Bonn endlich ein Dach bekommt: Große Autorinnen und Autoren, Romane und Dichtung, Vergangenheit und Gegenwart, Zeitkritik und Polemik, kunstvoll Ziseliertes und spontan Improvisiertes, lauter innere Ereignisse. Die Ressourcen der Literatur sind unerschöpflich, und sie bieten der Leserschaft unendliche Möglichkeiten der Selbstverwandlung an. Freuen Sie sich also, es ist angerichtet. Nun müssen nur noch die Gäste kommen: Sie.«



Gefördert vom Kulturamt der Bundesstadt Bonn und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Stadt Bonn