August bis Dezember 2015

Bonn schreibt einen Krimi

mit judith Merchant

Die Bonner Krimiautorin Judith Merchant hat die heißen Sommertage genutzt, um für das Literaturhaus den Beginn einer Bonner Mordgeschichte aufzuschreiben. Nicht ohne alle schreibfreudigen Bonner Spürnasen zu fragen: Wie geht die Story weiter? Wer hat die Leiche auf dem Münsterplatz drapiert? Halt – das wollen wir von Ihnen wissen!


Gemeinsam mit allen Bonnern haben wir den Mord zur Auflösung gebracht und die Geschichte im Wochenrhythmus mit drei Fortsetzungsteilen und einem Finale fertig schreiben lassen. Jeder Krimifan konnte sich mit einem Textvorschlag in jeder Runde neu beteiligen. Hartmut Löschcke aus der Altstadtbuchhandlung, Elke Janßen von der Stadtbibliothek und der Autor Gisbert Haefs bildeten die fachkundige Jury, die aus den anonymisierten Einsendungen die jeweils spannendste auswählte. Alle prämierten Teile wurden wöchentlich hier veröffentlicht. Für den krönenden Abschluss wurde von Altstadt Buchhandlung und Literaturhaus Bonn ein Preis ausgelobt: Der Verfasser des gelungensten Schlusskapitels gewann einen Büchergutschein im Wert von 25 €.


Unseren Bonn-Krimi inklusive Startschuss - den Judith Merchant am Tag der offenen Tür am 22. August im Haus der Bildung gab - und Finale lesen Sie unten.

Bonn schreibt einen Krimi
Teil 1
Anfang Judith.doc.pdf
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Fortsetzung 1 von Stefan Knopp.pdf
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Fortsetzung 2 von Margot Pütz
BonnSchreibt2.pdf
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Fortsetzung 3 von Herbert Reichelt
Bonn_schreibt_einen_Krimi_dritte_Fortset
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Finale von Herbert Reichelt
Finale.pdf
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Ute Bales

»GROßES EY«

autorenlesung mit rheinischen Expressionisten

Mittwoch, 23. September, 19 Uhr

Kunstmuseum Bonn

 

Otto Dix porträtierte sie im violetten Gewand, Max Ernst dichtete ihr zu Ehren ein Kirchenlied um: Johanna Ey, Kunsthändlerin und Mäzenin, stammte aus einem niederrheinischen Dorf und kleinsten Verhältnissen. Nach einer leidvollen Ehe mit einem Alkoholiker, in der sie zwölf Kinder gebar, eröffnet die 43-Jährige 1907 einen Backwarenladen in Düsseldorf. Weil bei ihr Kaffee und Brötchen billig sind, wird der Laden schnell zum Treffpunkt von Studenten der nahen Kunstakademie. Johanna fühlt sich den mittellosen Künstlern verbunden. Wer kein Geld hat, darf anschreiben lassen oder auch mit Bildern bezahlen. Bald beginnt hinter der Brötchentheke eine Kunstsammlung zu wachsen …

 

Einfühlsam erzählt Ute Bales in ihrer Romanbiographie die Lebensgeschichte der legendären »Mutter Courage der Moderne«, die einst als meistgemalte Frau Deutschlands galt. Inmitten seiner Sammlung der Klassischen Moderne bereichert das Kunstmuseum Bonn die Veranstaltung um kommentierte Blicke auf Werke der Rheinischen Expressionisten und weiterer Zeitgenossen.

 

Die Autorin Ute Bales, Jg. 1961, studierte  Germanistik, Politikwissenschaft und Kunst. Sie lebt in Freiburg i.Br. und schreibt  Kurzgeschichten, Essays und Romane. In der Eifel geboren und aufgewachsen, verarbeitet sie in ihrem literarischen Schaffen immer wieder dort verankerte Figuren und Motive.

In Kooperation mit


Kunstmuseum Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 4, Bonn

15,50 € / 9,50

(Kombi-Ticket Lesung und Museum, Zutritt ab 18:00 Uhr)

Das Gastland der Frankfurter Buchmesse in Bonn

»Die indonesier kommen«

Lesungen und Gespräche mit
Laksmi Pamuntjak, Dorothea Rosa Herliany und Agus R. Sarjono
Lesung der deutschen Texte: Tatjana Pasztor
Moderation: Berthold Damshäuser
Montag, 12. Oktober, 19 Uhr, Bundeskunsthalle

Die traditionelle Literaturhaus-Veranstaltung am Vorabend der
Frankfurter Buchmesse


Exotisch und poetisch, traditionell und modern, für uns vor allem: unbekannt – ist die Literaturlandschaft Indonesiens. Berthold Damshäuser, ausgewiesener Kenner der »17.000 Inseln der Imagination«, Literaturübersetzer, Herausgeber, Dozent für indonesische Sprache und Literatur an der Universität Bonn und Mitglied des Nationalen Indonesischen Komitees zur Vorbereitung des Frankfurter Gastlandauftritts, führt Sie ein. Entdecken Sie mit ihm den kulturellen Reichtum des viertgrößten Landes der Erde und die Vielfalt dreier literarischer Stimmen aus Indonesien:


Laksmi Pamuntjak, 1971 in Jakarta geboren, ist seit den 90er Jahren eine renommierte Essayistin, Journalistin und Lyrikerin. In ihrem Debütroman »Alle Farben Rot« thematisiert sie mit der Kommunistenverfolgung von 1965/66 dunkle Seiten der Landesgeschichte und greift über eine großes Liebesdrama weit hinaus: Entlang der Linien des indonesischen Nationalepos Mahabharata, jener großen Erzählung von Liebe und Krieg, entfaltet Pamuntjak das Panorama einer jungen Nation zwischen Kolonialzeit und Unabhängigkeit, Diktatur und Demokratie.

 

Dorothea Rosa Herliany, Jg. 1963, zählt zu den bedeutendsten Lyrikerinnen ihres Landes. Mit ihrer manchmal schockierenden Poesie, deren zentrale Themen der weibliche Körper, Sexualität, Gewalt und die Situation indonesischer Frauen sind, wurde Herliany beispielgebend für eine junge, engagierte Autorinnenszene. Ihr in mehrere Sprachen übersetztes lyrisches Werk ist u.a. mit dem renommiertesten indonesischen Literaturpreis ausgezeichnet. Nach
dem schon vorliegenden Band »Schenk mir alles, was die Männer nicht besitzen« erscheinen ihre wichtigsten Gedichte unter dem Titel »Hochzeit der Messer« jetzt in einer zweisprachigen Ausgabe, ins Deutsche übersetzt von Brigitte Oleschinski und Ulrike Draesner.


Agus R. Sarjono, Jg. 1962, ist Schriftsteller, Literaturkritiker, –übersetzer und Publizist. Seine Gedichte, Kurzgeschichten, Essays, Kritiken und Dramen sind weltweit veröffentlicht; auf Deutsch erschien der Lyrikband »Frische Knochen aus Banyuwangi«. Gemeinsam mit Berthold Damshäuser gibt er seit 2003 eine Reihe deutschsprachiger Lyrik in indonesischer Übersetzung sowie im Herbst 2015 unter dem Titel »Sprachfeuer« eine große Anthologie indonesischer Lyrik der letzten 100 Jahre auf Deutsch heraus. Sarjono war u.a. Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung und des Künstlerhauses Schloss Wiepersdorf.

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland,
Friedrich-Ebert-Allee 4, Bonn

Karten 16 € / 8 €
12,80 € für Mitglieder des LHB und ArtCard-Inhaber

In Kooperation mit der Bundeskunsthalle und "Indonesia - 17.000 Inseln der Imagination"

Ralf Rothmann

»Im Frühling sterben«

+++AUSVERKAUFT - RESTKARTEN AN DER ABENDKASSE+++

Mit einem Grußwort von David Eisermann
Donnerstag, 22. Oktober, 19:30 Uhr
Saal im Haus der Bildung

 

»… ein großartig geschriebener Antikriegsroman, der keine Kunst sein will. Eine detailgenaue, enorm sinnliche Prosa, aber anders als in Rothmanns anderen Romanen muss sie sich hier der Schönheit weitgehend entsagen und dem Schrecken verschreiben. Dieser Roman lässt einen so schnell nicht los.«

Der Freitag

 

»Das beste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe.«

Spiegel online

 

»Im Frühling sterben« ist die Geschichte von Walter und Friedrich – »Fiete« –, zwei siebzehnjährigen Melkern aus Norddeutschland, die im Februar 1945 zwangsrekrutiert werden. Während man den einen als Fahrer in der Versorgungseinheit der Waffen-SS einsetzt, muss der andere, Fiete, an die Front. Er desertiert, wird gefasst und zum Tod verurteilt, und Walter, dessen zynischer Vorgesetzter nicht mit sich reden lässt, steht plötzlich mit dem Karabiner im Anschlag vor seinem besten Freund ...

 

In eindringlichen Bildern erzählt Ralf Rothmann vom letzten Kriegsfrühjahr in Ungarn, in dem die deutschen Offiziere ihren Männern Handgranaten in die Hacken werfen, damit sie noch angreifen, und die Soldaten in der Etappe verzweifelte Orgien im Angesicht des Todes feiern. Und wir erleben die ersten Wochen eines Friedens, in dem einer wie Walter nie mehr heimisch wird und noch auf dem Sterbebett stöhnt: »Die kommen doch immer näher, Mensch! Wenn ich bloß einen Ort für uns wüsste ...«

 

Ralf Rothmann, 1953 in Schleswig geboren und im Ruhrgebiet aufgewachsen, lebt seit 1976 in Berlin. Kleinere literarische Arbeiten erscheinen in den 80er Jahren, bevor er ab 1991 mit »Stier«, »Wäldernacht«, »Milch und Kohle«, »Junges Licht« und weiteren als Romancier Bedeutung erlangt. Seit vielen Wochen steht sein jüngster Titel »Im Frühjahr sterben« auf den Bestenlisten. Rothmann wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Walter-Hasenclever-Literaturpreis, dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem Heinrich-Böll-Preis und dem Wilhelm Raabe Literaturpreis.

Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1, Bonn

VVK 12 € / 6 €, Abendkasse 14 € / 8 €

Karten kaufen

Ulrich Peltzer

»DAS BESSERE LEBEN«

Lesung und Gespräch mit dem Autor
Moderation: Thomas Fechner-Smarsly
Montag, 9. November, 19:30 Uhr,
Hörsaal im Akademischen Kunstmuseum

Wer im 20. Jahrhundert jung war, träumte von einer besseren Welt. Heute sind die Utopien verbraucht, die Kämpfe in Terror umgeschlagen, die Revolutionäre von einst zu Managern geworden. In einer radikal kapitalistischen Welt sind Peltzers Protagonisten in globale Geschäfte zwischen Mailand, Südamerika und China verstrickt, ihre Deals sind dubios. Zwei Männer und eine Frau, Akteure der Wirtschaft, begegnen sich im Laufe des Romans als mögliche Geschäftspartner, Liebende, Verschwörer. Wie viel sie auch, nicht allein räumlich, voneinander zu trennen scheint – eines begleitet alle drei: die unausgesprochene Frage, warum man so lebt, wie man lebt. Und was man zu tun bereit ist, um weiter dabei zu sein, im Kampf um einen Platz an der Sonne. »Das bessere Leben« ist ein philosophischer Roman, ein metaphysischer Thriller über das 21.Jahrhundert und die Gespenster der Vergangenheit.


Ulrich Peltzer, geboren 1956 in Krefeld, studierte Philosophie und Psychologie in Berlin, wo er seit 1975 lebt. 1987 erschien sein Debüt »Die Sünden der Faulheit«. Es folgten weitere Romane, zuletzt »Teil der Lösung«, der für den Leipziger Buchpreis 2007 nominiert war, und die Frankfurter Poetikvorlesungen »Angefangen wird mittendrin« (2011). Für sein Werk wurde Peltzer, der mit dem Regisseur Christoph Hochhäusler auch Drehbücher schreibt, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet: unter anderem mit dem Preis der SWR-Bestenliste, dem Berliner Literaturpreis und dem Heinrich-Böll-Preis.

Akademisches Kunstmuseum, Am Hofgarten 21, Bonn
VVK 12 € / 6 €, Abendkasse 14 € / 8 €


In Kooperation mit


Julia Friedrichs

»wir erben. was geld mit menschen macht«

Lesung und Gespräch mit der Autorin
Moderation: Georg Gansen
Mittwoch, 25. November, 19:30 Uhr,
Saal im Haus der Bildung

 

Ein Buch, das von sich reden macht: »Wir Erben« zielt ins Gewissen unserer Gesellschaft, in den Kern ihrer Begriffe von Gerechtigkeit und Verdienst. Friedrichs erzählt von Menschen, deren Leben durch ein Erbe bestimmt wird. Wie geht es dem, den schon sein Name als Spross einer Dynastie kenntlich macht? Was bewegt einen Patriarchen, seine Kinder zu enterben, und wie entsteht die Versuchung, für ein Erbe zu töten? Die Autorin zeichnet ein deutsches Psychogramm und entdeckt ein Land, das wie kaum ein anderes Erbe begünstigt und Arbeit belastet.


Im Gespräch mit dem Bonner Rechtsanwalt Georg Gansen geht es um die großen Fragen nach Geld, Glück und Moral. Warum gibt es kaum Debatten um die Erbschaftssteuer? Und was bedeutet es für eine Gesellschaft, wenn vor allem ein sorgenfreies Leben führt, wer in die richtige Familie hineingeboren wird, und nicht der, der Engagement und Ideen einsetzt?


Julia Friedrichs, Jg. 1979, studierte Journalistik und lebt als freie Autorin (WDR, DIE ZEIT) in Berlin. Für eine Sozialreportage wurde sie 2007 mit dem Axel-Springer-Preis für junge Journalisten und dem Ludwig-Erhard-Förderpreis ausgezeichnet. 2010 erhielt sie den dt.-frz. Journalistennachwuchspreis, 2014 den Medienpreis der Deutschen Telekom Stiftung.

In Kooperation mit


Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1, Bonn
VVK 12 € / 6 €, Abendkasse 14 € / 8 €

Astrid Lindgren

»Die menschheit hat den Verstand verloren«

Neues von Astrid Lindgren
Moderation: Thomas Fechner-Smarsly
Donnerstag, 3. Dezember, 19:30 Uhr,
Saal im Haus der Bildung

 

»Schade, dass niemand Hitler erschießt.« Zutiefst deprimiert notierte Astrid Lindgren diesen Stoßseufzer am 3. Oktober 1939 in ihrem Kriegstagebuch, das sie einen Monat zuvor begonnen hatte. Darin sammelte sie Zeitungsausschnitte und kommentierte das Weltgeschehen wie den Alltag im neutralen Schweden, immer in der Hoffnung auf einen baldigen Frieden. Er sollte lange auf sich warten lassen. Vielleicht erfand Lindgren auch deshalb 1941 ein fröhliches Mädchen mit roten Haaren und Riesenkräften, das sogar den starken Adolf besiegte, »den stärksten Mann der Welt, den bis dahin noch niemand besiegt hatte«. Im Friedensjahr 1945 erreichte Astrid Lindgren die Nachricht, dass ihr Pippi-Langstrumpf-Manuskript bei einem Wettbewerb für Kinderbücher den 1. Preis gewonnen hatte.

 

Während der schwedische Verlag bis zum Ende der 1940er Jahre schon 300.000 »Pippi«-Exemplare verkauft hatte, schlummerten die siebzehn ledergebundenen Kladden mit den Tagebüchern noch Jahrzehnte in einem Stockholmer Wäschekorb. Wenige Monate nach der schwedischen Erstveröffentlichung erscheinen sie nun auch in deutscher Übersetzung.


Zum 70-jährigen Jubiläum von Pippi Langstrumpf präsentieren wir Auszüge aus den Tagebüchern und weiteren unbekannten Lindgren-Texten in einer kollektiven Lesung.

 

In Kooperation mit

Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1, Bonn
Eintritt frei

Texte & Tänze

Bal littéraire

Fünf Autoren dichten eine Playlist und schreiben die dazu passende
Geschichte – am Abend performen sie die Texte zu Popmusik und bringen das Publikum zum Tanzen. Der Bal Littéraire, eine Literaturparty für junge Leute, wurde in Frankreich erfunden und hat sich dort in Rekordzeit an Theatern und auf Festivals verbreitet. Auch international ist er erfolgreich: Auf London, Rom, Madrid folgte 2010 der erste deutsche Bal am Theater Bonn. 2014 übernahmen Literaturhaus und Universität und präsentieren jetzt zum zweiten Mal Literatur als cooles Live-Erlebnis.
www.facebook.de/bal.litteraire

 

Mit: Lothar Kittstein, Marie T. Martin, Judith Merchant, Dorian Steinhoff, Tilman Strasser und DJ Shoomz


Freitag, 11. Dezember, 21 Uhr (Einlass 20 Uhr)

im Anschluss Party


Pantheon Casino, VVK 5 €, AK 7 €
Bundeskanzlerplatz 2-10, Bonn

In Kooperation mit



Grusswort

Roger Willemsen

Schirmherr 2010-2016

»Wie gut, dass die Literatur in Bonn endlich ein Dach bekommt: Große Autorinnen und Autoren, Romane und Dichtung, Vergangenheit und Gegenwart, Zeitkritik und Polemik, kunstvoll Ziseliertes und spontan Improvisiertes, lauter innere Ereignisse. Die Ressourcen der Literatur sind unerschöpflich, und sie bieten der Leserschaft unendliche Möglichkeiten der Selbstverwandlung an. Freuen Sie sich also, es ist angerichtet. Nun müssen nur noch die Gäste kommen: Sie.«



Gefördert vom Kulturamt der Bundesstadt Bonn und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Stadt Bonn