Januar bis März 2016

Joanna BAtor

»DUNKEL, FAST NACHT«

Lesung und Gespräch mit der Autorin
In deutscher und polnischer Sprache
Lesung der deutschen Texte: Tatjana Pasztor
Moderation: Brigitte Pütz
Montag, 21. März, 19:30 Uhr,
Saal im Haus der Bildung

 

Eine Stadt ist in Aufruhr. Drei Kinder sind verschwunden. Die erfolglosen Ermittlungen schüren die Wut der Bürger, befeuern die Gerüchte. Verdächtigungen und Schuldzuweisungen greifen um sich. Gehetzt wird gegen die »Katzenfresser«, die Zigeuner. Im Radio und im Internet lodert die Sprache des Hasses. Alicja Tabor hat diese Stadt früh verlassen. Nun kehrt sie als Journalistin zurück, um Nachforschungen über die rätselhaften Entführungen  anzustellen. Sie quartiert sich im alten Haus ein, das seit dem Tod des Vaters leer steht; die Atmosphäre ist düster, die Stimmung im einst so geliebten Garten unheimlich. Ständig fühlt sie sich beobachtet, um sie herum ereignen sich unerklärliche Dinge.


Schon in »Sandberg« und »Wolkenfern« begegnete uns die Autorin
und Publizistin Joanna Bator als Virtuosin der Verknüpfung, die im
Alltäglichen die Geschichte einer Epoche und in der Depression ein
großes Herz aufleuchten lässt. Mit der ihr eigenen Subtilität schildert sie, wie Stimmungen kippen können, wie latente Ängste und Traumata sich in jähe Ausbrüche von Wahnsinn verwandeln. Für »Dunkel, fast Nacht« wurde die 1968 in Wałbrzych geborene Bator mit der Nike, dem wichtigsten polnischen Literaturpreis ausgezeichnet.

 

Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1, Bonn
Karten im VVK über Bonnticket 12 € / 6 €, Abendkasse 14 € / 8 €

In Kooperation mit


++ Entfällt leider wG. Krankheit ++

KAmel Daoud

»DER FALL MEURSAULT– EINE GEGENDARSTELLUNG«

Lesung und Gespräch mit dem Autor
In deutscher und französischer Sprache
Lesung der deutschen Texte: Bernd Braun
Moderation: Almuth Voß
Montag, 14. März, 19:30 Uhr, Haus der Geschichte

In Kooperation mit


+++ ERWORBENE KARTEN können an der jeweiligen vvk-Stelle zurückgegeben werden +++

Marlies Förster und Ulrich Meyer-Doerrpinghaus

VON HIER AUS 1

Mittwoch, 2. März, 19:30 Uhr,

Saal im Haus der Bildung

 

Das Rheinland ist Literaturlandschaft– und das nicht allein in der Romantik: Zahlreiche Autoren leben und schreiben auch heute im Bonner Raum, in Eifel und Voreifel, im Siebengebirge. Für sie und mit ihnen eröffnet das Literaturhaus Bonn die neue Reihe VON HIER AUS als Forum für Austausch und Präsentation: Dreimal jährlich, an wechselnden Orten in Bonn und im Umland, bietet sie regionalen Autoren die Möglichkeit, sich und ihr Werk vorzustellen und sich zu vernetzen.


Die Auftaktveranstaltung im Bonner Haus der Bildung mit Marlies
Förster (Bonn) und Ulrich Meyer-Doerpinghaus (Oberwinter) wird
moderiert vom Literaturhausvorsitzenden David Eisermann und
schlägt einen Bogen zwischen Tradition und Heute in der  rheinischen Kulturlandschaft. Marlies Förster, geb. 1946, liest aus ihrem lyrischen Werk. Schon früh vom Deutschen Literaturfonds für ihr erstes Romanprojekt ausgezeichnet, veröffentlicht sie gleichwohl erst seit ihrer Pensionierung als Lehrerin Prosa und Lyrik. Ulrich Meyer-Doerpinghaus, geb. 1967, promovierter Historiker und Kommunikationsleiter bei der Deutschen Hochschulrektorenkonferenz, stellt seine erste literarische  Publikation »Am Zauberfluss. Szenen aus der rheinischen Romantik« vor.

 

Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1, Bonn
Eintritt frei

In Kooperation mit



KAREN DUVE

»MACHT«

Lesung und Gespräch mit der Autorin
Moderation: Judith Merchant
Donnerstag, 25. Februar, 19:30 Uhr,
Saal im Haus der Bildung

 

So fesselnd wie »Regenroman« (1999), so radikal wie »Anständig essen« – der neue Roman von Karen Duve ist böse, komisch und aktuell. Wir schreiben das Jahr 2031: Frauen haben die Regierung an sich gerissen, Pillen geben ewige Jugend, religiöse Endzeitsekten
schießen wie Pilze aus dem Boden. Die heute absehbaren Umwelt und Klimakatastrophen sind eingetreten und ein Mann am Rande
des Nervenzusammenbruchs kettet seine Frau kurzerhand im Keller
an. Als Sebastian beim Klassentreffen nach 50 Jahren seine  heimliche Jugendliebe Elli wiedertrifft, ist es um ihn geschehen. Wen interessiert es da noch, dass die Krebsrate der Wunderpille Ephebo bei 60% innerhalb der nächsten zehn Jahre liegt? Alles könnte so schön sein, wäre da nicht Sebastians Frau, die ihm im Keller seine Lieblingskekse backen und auch sonst in jeder Hinsicht zu Diensten sein muss. Seiner neuen Liebe steht sie jetzt allerdings im Weg. Bei dem Versuch, sie sich vom Hals zu schaffen, löst Sebastian ein Drama nach dem anderen aus ...

 

Karen Duve, 1961 in Hamburg geboren, lebt in der Märkischen
Schweiz. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihre Bücher, darunter »Dies ist kein Liebeslied« (2005) und »Taxi« (2008), waren Bestseller und sind in 14 Sprachen übersetzt. 2011 erschien ihr Selbstversuch »Anständig essen«, mit dem sie eine breite Diskussion über unser Konsumverhalten auslöste, und zuletzt ihre Streitschrift »Warum die Sache schiefgeht« (2014).

 

Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1, Bonn
Karten im VVK über Bonnticket 12 € / 6 €, Abendkasse 14 € / 8 €

In Kooperation mit



Neue Texte aus Europa

DAAN HERMA VAN VOSS

In deutscher und niederländischer Sprache
Moderation: Gregor Seferens
Donnerstag, 18. Februar, 19:30 Uhr,

Saal im Haus der Bildung,

anschließend Empfang im Café Liebeslesen

 

Europa: Manchmal scheint es fast zu nah und zu vertraut – und ist
dabei sozial, politisch, kulturell für uns Basis, Dreh- und   Angelpunkt. Initiiert von der Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn, lenkt unsere neue Reihe LITERATOUR D´EUROPE den Blick auf die Aktualität der Literatur Europas.  Zweimal jährlich stellen wir künftig Autorinnen und Autoren aus dem Land der jeweiligen Ratspräsidentschaft mit neuen Texten vor und kommen ins Gespräch über: Europa.


Einer der vielversprechendsten Autoren der Niederlande ist der
Journalist und Schriftsteller Daan Heerma van Voss, geb. 1986.
Schon sein Debütroman »Een zondagsman« (Ein Sonntagsmann;
2010) wurde für den renommierten Anton Wachter-Preis nominiert.
Es folgten drei weitere Romane und im Herbst 2015 der stark beachtete Essay »Een verlate reis« (Eine verspätete Reise), in dem er vor dem Hintergrund des 70. Jahrestages der Auschwitzbefreiung über den Holocaust-Überlebenden Daan de Jong schreibt, nach dem er benannt ist. Soeben erschien sein jüngster Roman »De laatste oorlog« (Der letzte Krieg).


Mit dem Bonner Übersetzer Gregor Seferens spricht er über Geschichtsschreibung und Gegenwart(sliteratur), über Roma-Flüchtlinge und über die Frage, wie man jetzt noch über den Zweiten Weltkrieg schreiben kann.

 

Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1, Bonn
Eintritt frei

In Kooperation mit



CLEMENS J. Setz

»DIE STUNDE ZWISCHEN FRAU UND GITARRE«

Lesung und Gespräch mit dem Autor
Moderation: Angela Leinen
Mittwoch, 27. Januar, 19:30 Uhr, Arithmeum

 

»... der provokativste, intelligenteste, sprachmächtigste und
verstörendste Roman des Jahres« Richard Kämmerlings, DIE WELT
In einem Wohnheim für behinderte Menschen wird die junge Natalie
Bezugsbetreuerin von Alexander Dorm. Der sitzt im Rollstuhl, ist von unberechenbarem Temperament und gilt als »schwierig«. Dennoch erhält er jede Woche Besuch – von Christopher Hollberg, dessen Leben er vor Jahren zerstört haben soll, als er ihn als Stalker verfolgte und damit Hollbergs Frau in den Selbstmord trieb. Das Arrangement funktioniere zu beiderseitigem Vorteil, versichert man Natalie, die beiden seien einander sehr zugetan ...


Ein eigenartiger Liebesroman, der von Fürsorge und Besessenheit,
von Wahn und von Rache erzählt. Mit seinen furios erzählten 1000
Seiten schrieb Setz einen der meistbeachteten Titel des letzten
Herbstes und sich selbst ins Herz der deutschen Literaturkritik.

 

Clemens J. Setz wurde 1982 in Graz geboren, wo er Mathematik
sowie Germanistik studierte und heute als freier Schriftsteller lebt.
2011 erhielt er für den Erzählband »Die Liebe zur Zeit des  Mahlstädter Kindes« den Preis der Leipziger Buchmesse. Sein Roman »Indigo« stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2012 und wurde mit dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft ausgezeichnet. 2015 erhielt Setz den Wilhelm Raabe-Literaturpreis.

 

Arithmeum, Lennéstraße 2, Bonn
Karten im VVK über Bonnticket 12 € / 6 €, Abendkasse 14 € / 8 €

In Kooperation mit


Thomas-Kling-Poetikdozentur

»GESPRÄCH ÜBER PILZE«

STEFFEN POPP ZU GAST BEI MARION POSCHMANN

Lesung und Gespräch
Freitag, 22. Januar, 19:30 Uhr,
Hörsaal im Akademischen Kunstmuseum

 

Was sucht ein Dichter, heutzutage, noch im Wald? Was treibt er im Schutz der Bäume, was bringt er mit aus dem sondierten Gelände?
Anders gefragt: Gibt es das überhaupt noch – das Naturgedicht in
Zeiten von Klimawandel, Waldzustandsbericht und GPS? Weder Pilznarren noch Männlein im Walde, stoßen Schriftsteller heute auch
auf Luftschadstoffschäden und Lametta-Syndrom, wenn sich in der
Waldeinsamkeit Sprache und Beobachtung verflechten.


»Dickicht mit Reden und Augen« heißt Steffen Popps dritter und
jüngster Gedichtband, für den er unter anderem den renommierten
Peter-Huchel-Preis bekam. Der 1978 in Greifswald geborene Schriftsteller, 2015 Stipendiat der Villa Massimo in Rom, gehört einer Generation an, die – wie es in einer Besprechung hieß – diskussions- und theoriefreudig sei und obendrein höchst kollaborativ, wie etwa die gemeinsam mit Kolleginnen verfasste Poetik »Helm aus Phlox« zeigt.


Die derzeitige Thomas-Kling-Poetikdozentin Marion Poschmann
stellt den Dichter Steffen Popp in Gespräch und Lesung vor.


Marion Poschmann, 1969 in Essen geboren, hat sich als Lyrikerin
mit Bänden wie »Grund zu Schafen« oder »Geistersehen« einen Namen gemacht. Unter den zahlreichen Preisen und Stipendien, die
sie erhielt, finden sich der Literaturpreis Ruhrgebiet, der Peter-Huchel-Preis und der Ernst-Meister-Preis. Zuletzt stand sie mit »Die Sonnenposition« auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.

 

Akademisches Kunstmuseum, Am Hofgarten 21, Bonn
Karten im VVK über Bonnticket 12 € / 6 €, Abendkasse 14 €/ 8 €

In Kooperation mit


ANGELA STEIDELE

»ROSENSTENGEL«

Lesung und Gespräch mit der Autorin

Moderation: Bettina Böttinger

Dienstag, 19. Januar, 19:30 Uhr, Otto-Deiters-Hörsaal der Anatomie

 

»Geistreich und wortgewaltig (...). In diesem Roman darf gelacht und gedacht werden.« (Jury des Bayerischen Buchpreises 2015)

 

Sorgfältig recherchiert und auf Grundlage zahlloser Quellen erzählt Angela Steidele in ihrem ersten Roman Geschehnisse um den Irrenarzt Franz Carl Müller (1860–1913), die so verbürgt wie unglaublich sind. Der designierte Leibarzt König Ludwigs II. von Bayern fand nicht nur dessen Leiche im Starnberger See; im Geheimen Staatsarchiv zu Berlin entdeckte er auch die Geschichte von Catharina Linck (1687–1721), die in ähnlich erfundenen Welten lebte wie der königliche Schwanenritter, Bauherr und Theaterenthusiast. Sie nannte sich Anastasius Rosenstengel und

schlug sich als Mann, Prophet und Soldat durchs Leben, heiratete eine andere Frau, vollzog die Ehe mit einer »ledernen Wurst« – und bezahlte wie Ludwig für ihr unbotmäßiges Lieben und Leben mit dem Tod.

 

An medizinhistorisch einschlägigem Ort – der eindrucksvollen Kulisse des Poppelsdorfer Otto-Deiters-Hörsaals – spricht Angela Steidele mit Bettina Böttinger über Wahnsinn als Wahrheit, Wissenschaft als Dichtung und das Leben als Kunst.

 

Angela Steidele, geb. 1968, Dr. phil., erforscht und erzählt historische Liebesgeschichten. Die in Köln lebende Kultur-wissenschaftlerin veröffentlichte u. a. »Geschichte einer Liebe: Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens« (2010). »Rosenstengel«

stand 2015 drei Monate lang auf der SWR Bestenliste und wurde mit dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichnet.

 

Anatomisches Institut der Universität Bonn, Nussallee 10, Bonn

Karten im VVK über Bonnticket 12 € / 6 €, AK 14 € / 8 €

In Kooperation mit


ANgebote Literaturbüro NRW Süd

»DIE ERSTE SEITE«

Schreibworkshop für angehende Profis mit dem Lektor Olaf Petersenn (Kiepenheuer & witsch)

Jedes Manuskript hat einen Anfang und ein Ende und da-

zwischen sehr viel mehr. In Verlagen liest man selten alles, die ersten Seiten aber immer, also kommt es darauf ganz besonders an. Dieses Seminar will aufzeigen, wie viel schon die erste Seite über das gesamte Buch verrät und was man tun kann, um den ersten Eindruck zu verbessern. Auf Grundlage der eingereichten Manuskripte werden wir gemeinsam eine Feinanalyse der

Manuskriptanfänge vornehmen und daraus Schlüsse auf das Ganze ziehen.

 

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Interessenten melden sich mit einem maximal 50 Normseiten langen Text bitte bis zum 5. Februar an unter literaturbuero[at]literaturhaus-bonn.de oder T 0228 – 555 2 777 0.

 

Teilnahmegebühr 200 €; für Mitglieder des LHB 160 €;

für Studierende, Arbeitslose, Schwerbehinderte, Inhaber des Bonn-Ausweises 130 €

 

27./28. Februar 2016, Literaturhaus Bonn, Bottlerplatz 1, Bonn

Joanna Bator

Grusswort

Roger Willemsen

Schirmherr 2010-2016

In Kooperation mit

»Wie gut, dass die Literatur in Bonn endlich ein Dach bekommt: Große Autorinnen und Autoren, Romane und Dichtung, Vergangenheit und Gegenwart, Zeitkritik und Polemik, kunstvoll Ziseliertes und spontan Improvisiertes, lauter innere Ereignisse. Die Ressourcen der Literatur sind unerschöpflich, und sie bieten der Leserschaft unendliche Möglichkeiten der Selbstverwandlung an. Freuen Sie sich also, es ist angerichtet. Nun müssen nur noch die Gäste kommen: Sie.«



Gefördert vom Kulturamt der Bundesstadt Bonn und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Stadt Bonn