JANUAR BIS JUNI 2012

Liebe Literaturfreunde in und um Bonn,
liebe Leserinnen und Leser!

 

Das Jahr 2012 beginnt für uns und für Sie mit einem Highlight: Am 16. Januar ist David Grossman auf Einladung des Literaturhauses Bonn zu Gast in der Bundeskunsthalle. Der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels 2010 und seine Übersetzerin Anne Birkenhauer berichten im Gespräch mit David Eisermann über ihre Zusammenarbeit und stellen Grossmans so bedeutendes wie erfolgreiches Buch »Eine Frau flieht vor einer Nachricht« vor. Der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch wird an diesem Abend ein Grußwort sprechen.

 

Damit jährt sich der Tag, an dem das Literaturhaus Bonn im Januar 2010 mit Ulrich Blumenbach und seiner Übersetzung von David Foster-Wallace’ »Unendlicher Spaß« seine Aktivitäten startete. Hinter uns liegt ein ereignis- und erfahrungsreiches erstes Jahr. Wir gehen mit vielen Ideen in das zweite und hoffen, Sie weiterhin zahlreich zu unseren Veranstaltungen begrüßen zu dürfen. Unserem Schirmherrn Roger Willemsen und Ihnen danken wir für die neugierige und interessierte Begleitung, der Stadt Bonn, unseren Mitgliedern und allen Freunden und Förderern danken wir für ihre Unterstützung.

 

Im Januar wird Ihnen auch Queen Victoria – begleitend zur Victoria & Albert-Ausstellung – in ihren Briefen begegnen, gelesen von der Bonner Schauspielerin Birte Schrein.

Die Reihe »Arabische Literatur«, die wir gemeinsam mit der Universität Bonn, der Kunststiftung NRW und Theater Bonn im vergangenen Herbst begonnen haben, wird im Februar mit einer Lesung des irakischen Autors Abbas Khider fortgesetzt.

Im Mai bitten wir Sie gemeinsam mit der Kunststiftung NRW und Autoren aus Polen, den Niederlanden und Deutschland aufs Lyrik-Schiff auf dem Rhein –‚ unbedingt vormerken!

Konrad Beikircher haben wir eingeladen, Mitte Mai in der Oper erstmals sein Buch »Als Strohhalme noch aus Stroh waren. Eine Kindheit in Südtirol« mit einem neuen Programm vorzustellen. Auf diese Premiere freuen wir uns sehr.

Spannend wird auch die Vorstellung von Michael Horenis Buch über die Fußball-Brüder Boateng, die wir gemeinsam mit dem Bonner SC veranstalten.

Wir haben inzwischen einen Lesezirkel gegründet, der unter der Leitung von Heidemarie Schumacher und Silke Hildebrandt ausgewählte Werke von eingeladenen Autoren liest und diskutiert.

 

Wenn Sie neugierig geworden sind oder Mitglied in unserem Förderverein werden möchten, kontaktieren Sie uns gerne über unsere Website www.literaturhaus-bonn.de oder unser Büro. Wir freuen uns über neue Mitglieder und auch über Vorschläge und Anregungen.

 

Ihr Vorstand des Literaturhauses Bonn

David Grossman

»Eine Frau flieht vor einer Nachricht«

Lesung und Gespräch mit dem Autor und seiner Übersetzerin Anne Birkenhauer

Moderation: David Eisermann

16.1.2012, 19:00 UHR, Bundeskunsthalle

 

Eine Frau erzählt: von ihrer Liebe zu zwei Männern, von Wut und Zärtlichkeit, Verzweiflung und Leidenschaft – und von ihrem Sohn Ofer, der sich freiwillig für einen Militäreinsatz im Westjordanland gemeldet hat. Sie hofft, das drohende Unglück bannen zu können, indem sie ihrem Jugendfreund Avram, der im Jom-Kippur-Krieg selbst Soldat war, von Ofers Vorhaben berichtet. Und sie hofft, unerreichbar zu sein, falls das Schreckliche geschieht ...

 

In seinem 2009 im Hanser Verlag erschienenen Roman zeigt David Grossman, der große Erzähler, Stilist und sensible Menschenbeobachter, auf beeindruckende Weise, wie in Israel das Schicksal der Menschen unauflöslich mit Politik verbunden ist. Grossman und seine deutsche Übersetzerin Anne Birkenhauer erhielten für das Buch 2011 den internationalen Literaturpreis ALBATROS; zudem wurde Birkenhauer bei der Frankfurter Buchmesse mit dem renommierten Jane-Scatcherd-Übersetzerpreis ausgezeichnet.

In Kooperation mit der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

 

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Friedrich-Ebert-Allee 4, Bonn, 12,-/6,- €, Karten an der Abendkasse

postpoetry 2011 

»und überall können wir singen«

Lesung mit Preisträgerinnen des Lyrikwettbewerbs postpoetry

Moderation: Monika Littau

23.1.2012, 11:45 Uhr,  Stadtteil- und Gesamtschulbibliothek

 

Das Projekt postpoetry will Lyrik populärer machen, den Zugang zu ihr öffnen. Es geht darum, Lyrik zu »posten«, zeitgenössische Gedichte auf dem Postweg den Lesern nahe zu bringen. Zentrales Medium ist dabei die typografisch gestaltete Lyrikpostkarte. 2011 fand der Wettbewerb erstmals in ganz NRW statt. Im Dezember wurden fünf bekannte Lyriker sowie fünf Nachwuchsautoren im Alter von 16 bis 21 Jahren ausgezeichnet. Nun touren sie im Autoren-Tandem durch NRW; in Bonn lesen Marie T. Martin und Annina Brell.

 

Marie T. Martin, Jahrgang 1982, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und erhielt diverse Arbeitsstipendien, u.a. 2011 von der Kunststiftung NRW. Sie brachte die Prosabände »Luftpost« und »Vier Wände« heraus; im Frühjahr folgt der Gedichtband »Wisperzimmer«.

 

Annina Brell, 1989 geboren, studiert Freie Bildende Kunst in Mainz. Sie war Preisträgerin beim Treffen Junger Autoren in Berlin und nahm an verschiedenen Schreibwerkstätten sowie 2011 am Literaturlabor der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel teil.

In Kooperation mit postpoetry und der Stadtbibliothek Bonn

Stadtteil- und Gesamtschulbibliothek Beuel-Ost, Siegburger Str 321, Bonn, Eintritt frei

Queen Victoria – Die Signatur eines Jahrhunderts

Birte Schrein liest aus den Briefen der englischen Königin

Moderation: Heidemarie Schumacher

31.1.2012, 19:00 Uhr, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

 

Die Regierungszeit Königin Victorias gilt als die Epoche des britischen Empires, die auf den Säulen von Industrialisierung und Kolonialismus ruhte und Großbritannien zu einem Weltzentrum des aufstrebenden Kapitalismus machte. Die Kultur dieser Epoche favorisiert mithin bestimmte Tugenden: Das Viktorianische Zeitalter gilt als die Ära der Prüderie, der Genügsamkeit, der strikten Gefühlskontrolle. Dass die Königin als Signum dieser Epoche diente, ist an ihren fotografischen Inszenierungen abzulesen. Anhand ihrer Briefe und Tagebuchaufzeichnungen treten jedoch Persönlichkeitszüge
zutage, die sich den konventionellen Tugenden der Zeit widersetzen.

 

Es liest Birte Schrein, Schauspielerin am Theater Bonn. Durch den Abend führt Heidemarie Schumacher, Literaturhaus Bonn.

 

In Kooperation mit der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Friedrich-Ebert-Allee 4, Bonn, 12,-/6,- €, Karten an der Abendkasse

Abbas Khider

»Die Orangen des Präsidenten«

Lesung und Gespräch mit dem Autor

Moderation: Stefan Weidner

2.2.2012, 20:00 Uhr, Werkstatt im Opernhaus

 

Der junge Iraker Mahdi wird 1989 ohne Anklage oder Prozess verhaftet, weil sein Freund Ali in den falschen Kreisen verkehrt. So beginnen für ihn zwei von Angst, Hunger, Folter und Grausamkeit geprägte Jahre im Gefängnis. Er überlebt sie, weil er sich immer wieder in Erinnerungen und Geschichten flüchtet: vom liebevollen Aufwachsen in seiner Familie oder seinem Tauben züchtenden Freund Sami. Radikal, doch ohne jede Larmoyanz erzählt Abbas Khider in seinem zweiten Roman vom Irak der 1980er und 90er Jahre unter Saddam Hussein. 

 

Abbas Khider, 1973 in Bagdad geboren, floh 1996 nach einer Verurteilung »aus politischen Gründen« und einer zweijährigen Haftstrafe aus dem Irak, lebte bis 1999 als illegaler Flüchtling in verschiedenen Ländern und seit 2000 in Deutschland. Er studierte Philosophie und Literaturwissenschaft, publizierte Lyrik und 2008 seinen preisgekrönten ersten Roman »Der falsche Inder« (Edition Nautilus).

Ein starker, ein bewegender Text, ein Augen öffnendes Buch.
Denis Scheck, ARD Druckfrisch

In Kooperation mit Theater Bonn, Kunststiftung NRW, Universität Bonn, Institut für Palästinakunde, Bonn, Edition Nautilus

 

Werkstatt im Opernhaus, Rheingasse 1, Bonn, 10,-/5,- € Karten an der Abendkasse und den bekannten VVK-Stellen

Ulla Hahn

»Wiederworte«

Lesung und Gespräch mit der Autorin

8.2.2012, 20:00 Uhr, Katholische Familienbildungsstätte Bonn

 

In ihrem im August 2011 erschienenen Band »Wiederworte« (DVA) stellt die Lyrikerin Ulla Hahn ihren frühen Gedichten neue gegenüber, gibt ihnen wieder Worte, auch Widerworte. Liebe und Vergänglichkeit, Geschichte und Gegenwart – die großen Themen sind geblieben, geändert hat sich der Blick der Dichterin. Hören und sehen Sie selbst!

 

Auch nach 30 Jahren ist die Sprache der Dichterin kräftig und klar. In fast alltäglichen Bildern spricht sie vom Leben, von der Liebe, vom Älterwerden, von der Besserwisserei, von der Angst vor dem Tod. Ob gereimt oder ungereimt: Immer sind Ulla Hahns Gedichte humorvoll, ehrlich, oft zuversichtlich, manchmal melancholisch und immer erfrischend unpathetisch. Sie propagiert keine Klugheiten und spiegelt ganz einfach das pralle Leben.

WDR 5 Scala

 

In Kooperation mit der Katholischen Familienbildungsstätte Bonn

 

Katholische Familienbildungsstätte Bonn, Lennéstr. 5, Bonn, 10,- €, Karten bei der Katholischen Familienbildungsstätte, Tel. 0228/94 49 00

Ulla Lenze

»Der kleine Rest des Todes«

Lesung und Gespräch mit der Autorin

Moderation: Hubert Winkels

7.3.2012, 19:30 Uhr, Café im Kunstmuseum Bonn

 

Eine junge Frau verliert ihren Vater durch einen Flugzeugabsturz. Fast eine alltägliche Geschichte. Für Ariane, die Ich-Erzählerin, zerbricht die Welt, die sie bisher kannte. Ihre Verstörung ist grenzenlos. Im Gegensatz zu ihrer Schwester funktioniert Ariane einfach nicht mehr, dabei müssen so viele Dinge geregelt werden ... Sie verharrt in einer Schockstarre, taumelt durch ihr Leben wie eine Fremde. Sie versucht zu begreifen, und nimmt sich einfach die Zeit, die sie dafür braucht. 

 

Ulla Lenze beschreibt das emotionale Erdbeben im Leben Arianes mit einer sprachlichen Schönheit, die ihresgleichen sucht. Selten ist der Verlust eines Menschen so anrührend geschildert worden. Ihr ist mit diesem dritten Roman ein kleines Meisterwerk gelungen.

Ulla Lenze, geboren 1973 in Mönchengladbach, lebt in Berlin. Stipendienaufenthalte führten sie nach Mumbai, Damaskus, Iran und Istanbul. Zwei Romane, »Archanu« (Amman, 2008) und »Schwester und Bruder« (DuMont, 2003) sind bisher erschienen; im Frühjahr 2012 folgt »Der kleine Rest des Todes« bei der Frankfurter Verlagsanstalt. Lenze schreibt Essays und Reisereportagen für die FAZ, die NZZ, DIE ZEIT und ist Trägerin des Rolf Dieter Brinkmann-Preises der Stadt Köln.

 

Café im Kunstmuseum Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 2, Bonn, 12,-/6,- €, Karten an der Abendkasse

Mark Z. Danielewski

»Only Revolutions«

Lesung und Gespräch mit dem Autor

Moderation: Thomas Böhm

21.3.2012, 19:30 Uhr,  Akademisches Kunstmuseum Bonn

 

In »Only Revolutions« begleiten wir zwei Jugendliche auf ihrem atemberaubenden Trip quer über den amerikanischen Kontinent und durch die Zeit. Als ewig 16-jährige reisen sie durch zweimal hundert Jahre, vom amerikanischen Bürgerkrieg bis zum Kalten Krieg und von der Bürgerrechtsbewegung bis zum Irakkrieg. Der bei Klett-Cotta erschienene Roman über zwei junge Liebende, die ihrem Schicksal entgegen treiben, will beim Leser die unendliche Sehnsucht nach dem, was hinter der Zeit verborgen liegt, wecken und fordert – mitreißend und anarchisch – die großen Gefühle heraus.

 

Mark Z. Danielewski, 1966 als Sohn des polnischen Filmregisseurs Tad Danielewski geboren, schuf mit seinem Debütroman »House of Leaves« das erste Kultbuch des 21. Jahrhunderts. »Only Revolutions« wurde für den National Book Award nominiert.

Mark Z. Danielewski gilt in seiner amerikanischen Heimat als eine Art Über-Schriftsteller, genial und zugleich bedrohlich wie einst die Autorenberserker Ezra Pound, Allen Ginsberg oder William S. Burroughs. Sein neuer Roman ist Kunstobjekt, Teenager-Hymne und Rätselspiel in einem – und eine Hymne auf die Liebe.

Dietmar Dath, FAZ

 

Akademisches Kunstmuseum, Am Hofgarten 21, Bonn, 12,-/6,- €, Karten an der Abendkasse

Bonner Autorinnen:

Judith Merchant und Heidemarie Schumacher

Lesung und Gespräch

12.4.2012, 20:00 Uhr, Werkstatt im Opernhaus

 

Judith Merchant und Heidemarie Schumacher kennen sich aus der Uni. »Judith
schrieb in meinem Hitchcock-Seminar eine exzellente Arbeit über Vertigo« – so Heidemarie Schumacher, ihre ehemalige Dozentin. Beide Frauen haben sich neben der Wissenschaft irgendwann dem Schreiben zugewandt. Und mit Erfolg: Judith Merchants Krimikurzgeschichten wurden zweimal mit dem Glauser-Preis prämiert, Heidemarie Schumachers Debüt in der FAZ lobend besprochen. Die Autorinnen lesen aus ihren Romanen und stellen sich den Fragen des Publikums zu Glück und Verdruss, die das Schreiben und der Literaturbetrieb mit sich bringen. 


Judith Merchant, 1976 geboren, studierte Germanistik und ist Dozentin für Literatur. Sie veröffentlichte Kurzgeschichten sowie 2011 ihren ersten Kriminalroman »Nibelungenmord« (Knaur Verlag), dem im Juni 2012 »Loreley singt nicht mehr« folgen wird.

 

Heidemarie Schumacher forschte und unterrichtete als Medienwissenschaftlerin an den Universitäten Siegen, Marburg, Erlangen-Nürnberg und Bonn. 2011 erschienen ihr erster Roman »Ein helles und ein dunkles Haus« (Berlin University Press) sowie ihr Kriminalroman »Opferstein« (Emons Verlag).

 

Werkstatt im Opernhaus, Rheingasse 1, Bonn, 10,-/5,- € Karten an der Abendkasse und den bekannten VVK-Stellen

Felicitas Hoppe

»Hoppe«

Lesung und Gespräch mit der Autorin

Moderation: Almuth Voß

25.4.2012, 19:30 Uhr, Akademisches Kunstmuseum Bonn

 

Als Leben zu kurz, als Roman zu schön, um wahr zu sein – »Hoppe«   ist keine Autobiografie, sondern Hoppes Traumbiografie, in der Hoppe von einer anderen Hoppe erzählt: von einer kanadischen Kindheit auf dünnem Eis, von einer australischen Jugend kurz vor der Wüste, von Reisen über das Meer und von einer Flucht nach Amerika. Hoppes Lebens- und Reisebericht (S. Fischer) wird zum tragikomischen Künstlerroman, mit dem sie uns durch die Welt und von dort aus wieder zurück in die deutsche Provinz führt, wo ihre Wunschfamilie immer noch auf sie wartet. Eine Geschichte über vergebliche Wünsche, gescheiterte Hochzeiten und halbierte Karrieren. Und über das unbestreitbare Glück, ein Kind des Rattenfängers aus Hameln zu sein. »Hoppe« ist eindeutig das Beste, das bislang über Hoppe geschrieben wurde.

 

Felicitas Hoppe wurde 1960 in Hameln geboren, lebt in Berlin und schreibt Romane und Kurzprosa. Sie bekleidete verschiedene Poetikdozenturen in Deutschland und den USA und wurde mit renommierten Preisen ausgezeichnet, darunter der Aspekte-Literaturpreis und der Ernst-Willner-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, der Spycher Literaturpreis, der Nicolas-Born-Preis, der Bremer Literaturpreis und der Roswitha-Preis der Stadt Gandersheim.

 

Die schönste und intelligenteste Prosa Deutschlands schreibt Felicitas Hoppe. Denis Scheck, ARD Druckfrisch

 

Akademisches Kunstmuseum, Am Hofgarten 21, Bonn, 12,-/6,- €, Karten an der Abendkasse

LESEFLUSS RHEIN 2012

Lesungen und Gespräche mit Lyrikern aus den Niederlanden, Polen und Deutschland

 

9.5.2012, 19:30 Uhr, Schiff Filia Rheni

(Einlass ab 19:00 Uhr)

 

Kommen Sie mit uns an Bord der Filia Rheni und auf eine lyrische Reise! Vom 4. bis 12. Mai begeben sich neun Lyrikerinnen und Lyriker aus drei Ländern gemeinsam auf eine Lesetour entlang des Rheins. Dabei sein werden die polnischen Autoren Julia Fiedorczuk, Adam Wiedemann und Dariusz Sośnicki, Hélène Gelens, René Huigen und Erik Lindner aus den Niederlanden sowie Esther Kinsky, Marion
Poschmann und Norbert Scheuer aus Deutschland. Ihre Lesungen in Köln, Bonn, Düsseldorf und im Schloss Corvey in Höxter werden von Autoren- und Übersetzerworkshops im Europäischen Übersetzerkollegium in Straelen begleitet.

 

In Bonn fahren wir mit der Filia Rheni und den Lyrikern an Bord ein Stück rheinaufwärts (insgesamt ca. 2 Stunden). 

 

In Kooperation mit der Kunststiftung NRW, dem Europäischen Übersetzerkollegium Straelen, dem Literaturhaus Köln, dem Literaturbüro NRW in Düsseldorf und der »Wege durch das Land GmbH«

 

Schiff Filia Rheni, Anlegestelle Brassertufer/Alter Zoll, Bonn, 12,-/6,- €, Karten an der Abendkasse

Konrad Beikircher

»Als Strohhalme noch aus Stroh waren. Eine Kindheit in Südtirol«

14.5.2012, 19:30 Uhr, Opernhaus

 

Eine Buchpremiere, die weit mehr ist als eine Lesung – Konrad Beikircher erzählt, singt und spielt einmal nichts Rheinisches, sondern offenbart seine wahren Wurzeln: Sein neues Buch (KiWi) handelt von seiner Kindheit in Südtirol. In der Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat und die Strohhalme noch aus Stroh waren, wussten die Kinder vom Stegener Weg in Bruneck, was man damit alles anstellen kann. Und der kleine Konrad mittendrin. So wie Beikircher erzählt, entsteht die Brunecker Welt ganz von alleine – eine Welt, die nicht nur heil ist, die zum Schreien komisch sein kann und doch melancholisch-sehnsüchtig macht. Eine Welt voller Abenteuer, voller Menschen, die den kleinen Frauenhelden bemutterten und betüddelten, eine Welt, durch die er mit  großen Augen und Ohren ging. Er erzählt von Bruneck und Bozen, aus seiner Zeit im Schülerwohnheim »Antonianum«, und führt uns mit seiner Gitarre wie damals in die Südtiroler Gasthäuser, wo er seine ersten Kabarett-Versuche machte und sich mit Celentanos Hilfe in die Herzen der deutschen Mädchen sang. Gespickt mit ironischen Seitenhieben auf unsere ach so moderne Zeit, lässt dieser Abend Sie um Jahre jünger werden. Sie – und auch den Konrad Beikircher! 

 

In Kooperation mit Theater Bonn

 

Oper Bonn, Am Boeselagerhof 1, Bonn, 28,-/24,-/20,- € zzgl. Gebühren, Karten an der Abendkasse und an allen bekannten VVK-Stellen

Michael Horeni

»Die  Brüder Boateng. Drei deutsche Karrieren«

Lesung und Gespräch mit dem Autor und George Boateng

31.5.2012, 19:30 Uhr, Stadion im SPORTPARK NORD

 

Drei Brüder, zwei Mütter, ein Vater, ein Ziel: Fußballprofi zu werden. Die Geschichte der drei Boateng-Brüder beginnt auf einem Bolzplatz im Berliner Wedding. Hier sind George, geboren 1982, und Kevin-Prince, Jahrgang 1987, aufgewachsen, hier hat auch ihr Halbbruder Jérôme aus Berlin-Wilmersdorf, Jahrgang 1988, das Fußballspielen gelernt. Jérôme und Kevin sind heute Profis, George hat das nicht geschafft, aber nach dem Absturz steht er jetzt auf eigenen Füßen. Das Buch (Klett-Cotta) erzählt nicht nur von ihrem Aufwachsen in verschiedenen Berliner Stadtteilen, von Unterstützung und Vernachlässigung in Familie und Verein, vom Aufstieg im Profifußball, den großen Klubs und den Fallen im System. Es ist auch eine Geschichte über geglückte und gescheiterte Integration, über das Versagen des deutschen Bildungssystems in der Integrationsarbeit diesseits und jenseits des Bolzplatzes.

 

Michael Horeni, Jahrgang 1965, hat in Frankfurt Politologie studiert und arbeitet seit 1989 in der Sportredaktion der FAZ, seit 2008 als Sport-Korrespondent in Berlin. Wie wenige andere blickt er hinter die Kulissen der deutschen Fußballwelt und ihrer Strippenzieher.

 

In Kooperation mit dem Bonner SC und dem Sport- und Bäderamt der Stadt Bonn

Stadion im Sportpark Nord, Kölnstr. 250, Bonn,12,-/6,- €, Karten an der Abendkasse

Nora Gomringer

»Mein Gedicht fragt nicht lange«

Lesung und Gespräch mit der Autorin

Moderation: Thomas Fechner-Smarsly

12.6.2012, 19:30 Uhr, Bonner Kunstverein

 

Vorsicht! Nora Gomringer könnte Sie amüsieren, irritieren, aus den richtigen Gründen zum Weinen bringen! Ist alles schon vorgekommen ...

 

Nora Gomringer, Jahrgang 1980, ist Schweizerin und Deutsche, schreibt Lyrik und für Radio und Feuilleton. Seit 2000 hat sie fünf Lyrikbände und eine Essay-Sammlung bei Voland & Quist veröffentlicht. Sie rezitiert, schreibt und liest preisgekrönt vor. Zuletzt wurde ihr der Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache zugesprochen. Sie hatte die Poetikdozenturen in Landau, Sheffield und in Kiel inne. Wenn man sie privat trifft, ist es meistens dunkel, weil sie dann mit Leidenschaft im Kino sitzt. So kommt es auch, dass sie mit Freude immer mehr Filme und Verfilmungen in ihre Arbeit einbezieht. Das gibt ihr die Gelegenheit, mit geschätzten Kollegen aus Musik und Film zusammen zu arbeiten. Sie lebt in Bamberg, wo sie das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia seit 2010 als Direktorin leitet. In Bonn liest sie aus ihren Bänden »Mein Gedicht fragt nicht lange« und »Ich werde etwas mit der Sprache machen« und bringt einen Kurzfilm mit.

 

In Kooperation mit der Universität Bonn

 

Bonner Kunstverein, Hochstadenring 22, Bonn, 12,-/6,-€, Karten an der Abendkasse

»Thomas Kling: Das brennende Archiv«

Norbert Wehr und Ulrike Janssen im Gespräch mit Barbara Köhler

3.7.2012, 19:30 Uhr, Akademisches Kunstmuseum Bonn

 

Er war ein Überbringer von Botenstoffen, vielseitig interessiert, orientiert und engagiert – und ist allzu jung verstorben: Thomas Kling (1957-2005). Der Lyriker, Essayist und Initiator einer Art literarischer Raketenstation in der Nähe von Neuss darf als ein legitimer Nachfolger von Dichtern wie Ernst Jandl oder Konrad Beyer gelten. Kling betrieb Sprachzersetzung, die zugleich hochpoetisch war. Dazu verschmolz er, in Gedichtsammlungen mit Titeln wie »Brennstabm« oder »Geschmacksverstärker«, den Zierrat des Barock mit der Hochtechnologie. Und er stellte, im eigenen szenischen Auftritt, den widerspenstigen und eigensinnigen Klang der Wörter auf die Probe.

Im Gespräch mit der Schriftstellerin und Inhaberin der Thomas-Kling-Poetik-Dozentur an der Universität Bonn, Barbara Köhler, stellen Norbert Wehr und Ulrike Janssen Texte aus dem Nachlass des Dichters vor. Viele von ihnen sind in der Thomas Kling gewidmeten Ausgabe der Zeitschrift »Schreibheft. Zeitschrift für Literatur« (Nr. 76, 2011) erschienen, die der Suhrkamp Verlag im Sommer 2012 in einer Taschenbuchausgabe heraus bringt.

 

In Kooperation mit der Universität Bonn und der Kunststiftung NRW

 

Akademisches Kunstmuseum Bonn, Am Hofgarten 21, Bonn, 12,-/6,- €, Karten an der Abendkasse

Autorenworkshop mit Hubert Winkels:

Der literarische Text im Literaturbetrieb

Seminarleitung: Hubert Winkels, André Hille

30.6. bis 1.7.2012, Bonn

 

»In diesem Seminar wollen wir über Prosatexte sprechen, sie analysieren, ihre Stärken und Schwächen aufdecken und dabei immer mit einem Auge auf den deutschen Literaturbetrieb schielen. Was bedeutet die ›Eventisierung‹ des Betriebs für Autoren? Wie sieht die Bedeutung und innere Organisation von Literaturpreisen aus? Und nicht zuletzt: Was kann man mit seinem Text tun, um in den Genuss von Literaturpreisen zu kommen? Arbeitsweise: Besprechung zuvor eingereichter Texte, Gespräche, Diskussionen mit dem erfahrenen und scharfsinnigen Literaturkritiker Hubert Winkels.«

 

Textmanufaktur Leipzig

 

Anmeldung und nähere Angaben unter: www.text-manufaktur.de

max. 12 Teilnehmer, 225 Euro (inkl. MwSt.)

Grusswort

Roger Willemsen

Schirmherr 2010-2016

In Kooperation mit

»Wie gut, dass die Literatur in Bonn endlich ein Dach bekommt: Große Autorinnen und Autoren, Romane und Dichtung, Vergangenheit und Gegenwart, Zeitkritik und Polemik, kunstvoll Ziseliertes und spontan Improvisiertes, lauter innere Ereignisse. Die Ressourcen der Literatur sind unerschöpflich, und sie bieten der Leserschaft unendliche Möglichkeiten der Selbstverwandlung an. Freuen Sie sich also, es ist angerichtet. Nun müssen nur noch die Gäste kommen: Sie.«



Gefördert vom Kulturamt der Bundesstadt Bonn und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Stadt Bonn