Januar bis März 2017

Olga Grjasnowa

»Gott ist nicht schüchtern«

Lesung und Gespräch mit der Autorin

Moderation: Judith Merchant
Mittwoch, 29. März, 19:30 Uhr
Saal im Haus der Bildung

 

„Kraftvoll, dialogstark, anmutig.“
Süddeutsche Zeitung

 

Als die syrische Revolution ausbricht, feiert Amal ihre ersten Erfolge
als Schauspielerin und träumt von kommendem Ruhm. Zwei Jahre
später wird sie im Ozean treiben, weil das Schiff, auf dem sie nach Europa geschmuggelt werden sollte, untergegangen ist. Hammoudi hat gerade sein Medizinstudium beendet und eine Stelle im besten Krankenhaus von Paris bekommen. Er fährt nach Damaskus, nur um letzte Formalitäten zu erledigen. Und weiß nicht, dass er seine französische Verlobte nie wiedersehen wird. Dass er mit hundert Wildfremden auf einem winzigen Schlauchboot hocken und darauf hoffen wird, lebend auf Lesbos anzukommen. In Berlin werden sich Amal und Hammoudi wiederbegegnen: zwei Menschen, die alles verloren haben und nun von vorn anfangen müssen.


Olga Grjasnowa wurde 1984 in Baku, Aserbaidschan, geboren und
lebt heute in Berlin. Ihr viel beachteter Debütroman »Der Russe ist einer, der Birken liebt« (2012) wurde Bestseller und vielfach ausgezeichnet. 2014 folgte »Die juristische Unschärfe einer Ehe«.

 

Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1, Bonn
Karten im VVK über Bonnticket 12 €/ 6 €, Abendkasse 14 € / 8 €

 

In Kooperation mit


WALID NABHAN

In deutscher und englischer Sprache
Moderation: David Eisermann
Mittwoch, 22. März, 19:30 Uhr
Saal im Haus der Bildung

 

Europa: Was problemfreie Zone schien, ist Krisengebiet geworden –
und bleibt doch sozial, politisch, kulturell für uns Basis, Dreh- und Angelpunkt. Initiiert von der Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn, lenkt unsere Reihe LITERATOUR D´EUROPE den Blick auf die Aktualität der Literatur Europas. Zweimal jährlich stellen wir Autorinnen und Autoren aus dem Land der jeweiligen Ratspräsidentschaft mit neuen Texten vor und kommen ins Gespräch über: Europa.

 

Der maltesisch-palästinensische Autor Walid Nabhan, geboren 1966 in Amman (Jordanien), schreibt Feuilletons, Erzählungen und Lyrik in maltesischer Sprache. Sein 2013 erschienener Debütroman »L-Eżo-du taċ-Ċikonji« (Exodus der Storche) trug ihm den National Book Prize 2014 ein und erscheint unter dem Titel »The Storks‘ Exodus« demnächst auf Englisch. Was Europa aktuell umtreibt – Auseinandersetzungen über Flucht, Außengrenzen, Identität – schlägt sich in in Nabhans Leben und Werk eindrücklich nieder.

 

Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1, Bonn

Eintritt frei

 

In Kooperation mit


VON HIER AUS

Rolf Persch

»abschied nehme ich schon immer«

Es lesen Norbert Hummelt und Sabine Schiffner
Donnerstag, 9. März, 19:30 Uhr
Literarischer Salon in der Zentralbibliothek Bonn

 

»Es gilt, das Profil eines Autors sichtbar zu machen,
der einer der originellsten deutschen Dichter der letzten 30 Jahre war.«

Norbert Hummelt

 

Er lebte exzentrisch und exzessiv, er lebte ein Leben für die Dichtung: Rolf Persch, geboren 1949 in Bonn, war Lyriker und ein begnadeter Performer seiner Texte. Nach abenteuerlichsten Stationen zwischen Rheinland und Afrika, Schauspiel und Zirkus, Gefängnis und Dandytum bezog er schließlich eine Dichterklause in der Eifel. Im literarischen Betrieb Außenseiter und Geheimtipp, konnte er sich in seinen letzten Lebensjahrzehnten mit seiner Lyrik über Wasser halten, die er für einen exklusiven Kreis von Gönnern schrieb. Im März 2015 starb er in Blankenheim an Leberkrebs.


So beeindruckend wie der Verfasser waren seine Arbeiten, die nicht zuletzt Dichterkollegen wie Sabine Schiffner und Norbert Hummelt faszinierten: Dank ihres Einsatzes erschien im Sommer 2016 der Band »abschied nehme ich schon immer« mit ausgewählten Gedichten aus Perschs Nachlass. Herausgeber Hummelt will darin »die Gedichte von Rolf Persch in ihrer Vielfalt und mit ihrem ganzen Eigensinn, ihrem asketischen Reichtum, ihrem Witz und ihrer Weisheit, ihrer Spiel- und Experimentierfreude« präsentieren. In Perschs Heimatstadt erinnern Schiffner und Hummelt an den Autor und sein Werk.

 

Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1, Bonn
Karten im VVK über Bonnticket 12 €/ 6 €, Abendkasse 14 € / 8 €

 

In Kooperation mit


Raoul Schrott

»Erste Erde. Epos«

Lesung und anschließendes Gespräch des Autors mit dem Bonner Paläontologen Prof. Dr. Martin Sander

Moderation: David Eisermann

Mittwoch, 15. Februar, 19:30 Uhr
Saal im Haus der Bildung

 

»Am Anfang war das Wort. Noch nie wurde das so aufregend, anschaulich, ja zwingend belegt wie in diesem Herbst von Raoul Schrott.« Denis Scheck

 

In einer Zeit, in der die Forschungen äußerst komplex, die ermittelten Fakten unüberschaubar und weltanschaulich-religiöse Ankerpunkte verloren sind, stellt Raoul Schrott die Frage nach der humanen Tragweite unseres Wissens von der Welt und ihrer Entstehung. Dichtung und Wissenschaft verknüpfend, wagt er sich daran, ein modernes Gegenstück zu Alexander von Humboldts »Kosmos« zu entwerfen. Von der Entstehung des Planeten bis hin zu unserem Menschenbild versucht er, unser Weltwissen und –erleben literarisch zu veranschaulichen: Poesie und Bilderreichtum der Dichtung machen emotional und künstlerisch erlebbar, wovon die Wissenschaft in abstrakter Terminologie redet.


Der Autor und Literaturwissenschaftler Raoul Schrott, Jg. 1964,
wurde bekannt mit seinen Gedichten und Übersetzungen, berühmt
mit seinen Forschungen und Thesen zur Herkunft Homers. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Peter-Huchel- und den
Joseph-Breitbach-Preis. Sein Erste Erde-Projekt wurde über mehrere Jahre hinweg von der Kulturstiftung des Bundes gefördert und stand wochenlang auf den Bestseller-Listen.

 

Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1, Bonn
Karten im VVK über Bonnticket 12 €/ 6 €, Abendkasse 14 € / 8 €

 

In Kooperation mit

Thomas Melle

»Die welt im Rücken«

Lesung und Gespräch mit dem Autor

Moderation: Almuth Voß

Montag, 30. Januar, 19:30 Uhr
Saal im Haus der Bildung

 

Thomas Melle, 1975 in Bonn geboren, ist Autor von Romanen und
Theaterstücken. Schon seine ersten Publikationen wurden viel beachtet. So auch sein jüngstes Werk »Die Welt im Rücken«, in dem er mit äußerster Unverstelltheit von seiner bipolaren Störung erzählt – der manisch-depressiven Erkrankung, an der er seit vielen Jahren leidet. Melle erzählt von persönlichen Dramen und langsamer Besserung, und gibt einen außergewöhnlichen Einblick in das, was in einem Erkrankten vorgeht. Die fesselnde Chronik eines zerrissenen Lebens, ein autobiographisch radikales Werk von höchster literarischer Kraft.


Nach dem Abitur studierte Melle Vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie in Tübingen, Austin (Texas) und Berlin. Er ist erfolgreicher Dramatiker und Übersetzer, u.a. von William T. Vollmanns Roman »Huren für Gloria«. Am Theater Bonn kamen sein Stück »Bilder von uns« und seine Übersetzung von Shakespeares Königsdramen heraus. Melles Debütroman »Sickster« (2011) war für den Deutschen Buchpreis nominiert und wurde mit dem Franz-Hessel-Preis ausgezeichnet. 2014 folgte der Roman »3000 Euro«, der – ebenso wie »Die Welt im Rücken« – auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand. 2015 erhielt Thomas Melle, der in Berlin lebt, den Kunstpreis Berlin.

 

Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1, Bonn
Karten im VVK über Bonnticket 12 €/ 6 €, Abendkasse 14 € / 8 €

 

In Kooperation mit

Mit Fabian Hischmann und Dorian Steinhoff
Dienstag, 24. Januar, 20 Uhr, Fabrik 45

 

IMPORT/EXPORT ist ein Veranstaltungsformat im Rheinland, das
junge deutschsprachige Literatur live präsentiert. Kurzgetaktet und
smart, mit Verve und Witz: Eine Literaturveranstaltung mit dem Zeug zur Late-Night-Show.


Zu Gast ist diesmal Fabian Hischmann aus Berlin. In seinem zweiten Roman »Das Umgehen der Orte« treffen wir Lisa, die nicht frieren kann, und schauen in die Gletscheraugen von Anne. Ein Text, der uns das Herz streichelt und gleichzeitig einen Nierenhaken platziert. Das Verblüffende ist: Man findet beides gut.

 

Fabrik 45, Hochstadenring 45, Bonn
Karten 6 € zzgl. VVK-Gebühr über www.zakk.de oder an der Abendkasse

 

In Kooperation von Kulturzentrum zakk (Düsseldorf) und Literaturhaus Bonn kommt Import/Export alle zwei Monate in Düsseldorf und Bonn auf die Bühne. Ein Konzept von Dorian Steinhoff (Köln) www.doriansteinhoff.de; gefördert von


thomas kling-poetikdozentur                                      Iain Galbraith zu Gast bei Esther Kinsky

»FREMDSPRECHEN«

Lesung und Gespräch

Donnerstag, 19. Januar, 20 Uhr
Buchhandlung Böttger

 

Zwei Dichter und Übersetzer in Personalunion: Esther Kinsky und Iain Galbraith, die gegenseitig ihre Lyrik übersetzen, spüren der feinen Grenzlinie nach, die zwischen eigenen und fremden Worten und Dingen verläuft. Sie lesen aus ihren Werken in Original und Übersetzung und reden über das eigene wie das fremde Sprechen.


Esther Kinsky, Jg. 1958, ist die derzeitige Thomas Kling-Poetik-dozentin an der Universität Bonn. Ihr literarisches Werk, u. a. mit dem Paul-Celan-Preis, dem Franz-Hessel-Preis und dem Kranichsteiner Literaturpreis ausgezeichnet und für den Deutschen Buchpreis nominiert, umfasst Romane, Erzählungen und Gedichte. Als Übersetzerin aus dem Polnischen, Russischen und Englischen hat sie nicht nur Bücher von Joanna Bator, Olga Tokarczuk und H.D. Thoreau ins Deutsche übertragen, sondern mit dem Band »Fremdsprechen« auch eine eigene Poetik des Übersetzens vorgelegt.


Iain Galbraith, 1956 in Glasgow geboren, ist Literatur-wissenschaftler und -vermittler, Autor und Übersetzer. Seine Lyrik ist in namhaften Zeitschriften publiziert; seine Übersetzungen mehrfach ausgezeichnet. Insbesondere mit seinen Herausgeber-tätigkeiten, u. a. von Robert Louis Stevenson, Joseph Conrad, Walter Scott, Alfred Kolleritsch, W.G. Sebald und Jan Wagner, und seinen Übersetzungen von John Burnside hat er sich einen Namen gemacht.

 

Buchhandlung Böttger, Maximilianstr. 44, Bonn

Karten 10 € / 5 € über die Buchhandlung Böttger oder unter Tel.: 0228 - 555 2 77 70

 

In Kooperation mit


Gespräch und Lesung mit René Böll, Martin Reinke u. a.

Heinrich böll

Samstag, 14. Januar, 19 Uhr
LVR-LandesMuseum

 

2017 feiern wir den 100. Geburtstag des großen rheinischen Schriftstellers Heinrich Böll und laden anlässlich der Ausstellung »bilderstrom« des LVR-LandesMuseums zu einem besonderen Böll-Abend ein: Bezugspunkt ist die Serie von Rhein-Fotografien von René Böll, die dieser im April 1983 auf Bitten seines Vaters erstellte. Es war eine Bildrecherche, war Böll doch – wie sich allerdings für den Sohn erst später herausstellte – im villenbestückten Bonn-Plittersdorf auf der Suche nach Inspirationsmaterial für seinen neuen Roman »Frauen vor Flußlandschaft«.


Hochsensibel erfasste René Bölls Bilderfolge jene beklemmende
Lähmung der Bonner Republik, wie sie im umstrittenen letzten Werk des Literaturnobelpreisträgers eine literarische Entsprechung finden sollte. Im 1987 erschienenen Roman dient der Strom den zur Passivität verdammten, verzweifelten Frauen der westdeutschen
Politikerkaste als letzter Zufluchtsort. Sie gehen ins Wasser.


Martin Reinke, Burgschauspieler und Ensemblemitglied des Kölner
Schauspiels, liest aus verschiedenen Texten Bölls. Zudem werden
die Leiterin des Böll-Archivs Dr. Ewenz sowie Dr. Schubert von der
Böll-Stiftung im Gespräch mit René Böll dessen Erinnerungen lebendig werden lassen.

 

LVR-LandesMuseum, Colmantstr. 14-16, Bonn

Karten im VVK über Bonnticket und an der Abendkasse 12€ / 10€

 

In Zusammenarbeit mit dem LVR-LandesMuseum, der Heinrich-Böll-Stiftung, der Erbengemeinschaft Heinrich Böll und dem Heinrich-Böll-Archiv

Grusswort

Roger Willemsen

Schirmherr 2010-2016

In Kooperation mit

»Wie gut, dass die Literatur in Bonn endlich ein Dach bekommt: Große Autorinnen und Autoren, Romane und Dichtung, Vergangenheit und Gegenwart, Zeitkritik und Polemik, kunstvoll Ziseliertes und spontan Improvisiertes, lauter innere Ereignisse. Die Ressourcen der Literatur sind unerschöpflich, und sie bieten der Leserschaft unendliche Möglichkeiten der Selbstverwandlung an. Freuen Sie sich also, es ist angerichtet. Nun müssen nur noch die Gäste kommen: Sie.«



Gefördert vom Kulturamt der Bundesstadt Bonn und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Stadt Bonn