September bis Dezember 2019

ESPEN YTREBERG

»KAP HERZSTEIN«

Moderation: Thomas Fechner-Smarsly

Lesung der deutschen Texte: Bernd Braun

Mittwoch, 6. November, 19:30 Uhr

Buchhandlung Jost, Kessenich

Auf seiner letzten Schiffsexpedition in Richtung Nordpol (1918-1921) steckt der weltberühmte Polarforscher Roald Amundsen drei lange Winter hintereinander im nordsibirischen Eis fest. Um zu überleben, geht die Mannschaft auf Jagd, findet im Hinterland verarmte Tschuktschen-Siedlungen, tauscht Felle und Schlittenhunde. Einer der Tschuktschen darf an Bord des norwegischen Dreimasters arbeiten, holt dann seine vierjährige Tochter, um sie vorm Verhungern zu retten – und sie bleibt bei Amundsen. Es folgt ein zweites, zehnjähriges Mädchen, Tochter einer sibirischen Mutter und eines australischen Goldsuchers, und beide werden von Amundsen adoptiert. Zunächst noch auf dem Schiff, dann auf lukrativen Vortragsreisen durch Nordamerika und Europa präsentieren sich die drei jahrelang als exotische Familie. Die Mädchen lernen Norwegisch, gehen in Oslo zur Schule,haben dort Freunde. Und plötzlich entscheidet Amundsen, die beiden Mädchen gegen ihren Willen nach Sibirien zurückzuschicken… Ein aufregend erzähltes Buch (Deutsch von Frank Zuber) über das extreme Leben und Überleben im Eismeer, über koloniales Denken, Vorurteile – und über Vertrauen und Verrat.

 

Espen Ytreberg, geboren 1964, ist Professor für Medien und Kommunikation an der Universität Oslo. Er unterrichtete in Paris, in den USA und ist 2017 mit einem Roman über Roald Amundsen bekannt geworden.

 

Buchhandlung Jost, Hausdorffstr. 160, Bonn

 

Karten im VVK in der Buchhandlung Jost & über Bonnticket 12 € / 6 €, Abendkasse 14 € / 8 €

 

In Kooperation mit


IDA HEGAZI HØYER

»TROST«

Moderation: Thomas Fechner-Smarsly

Lesung der deutschen Texte: Holger Schwab

Mittwoch, 23. Oktober 2019, 20 Uhr

buchLaden 46

Eine namenlose Frau reist alleine nach Lissabon, Berlin und Brüssel. In jeder Stadt beginnt sie eine Beziehung: einmal mit einem Mann, einmal mit einer Frau und zuletzt mit einem viel jüngeren Mann. Drei Begegnungen zwischen Anonymität und Begehren, drei Großstädte, drei Paare, die sich in einer rastlosen Gegenwart finden. Alle sind auf der Suche, versuchen zugleich im Schutz der Unverbindlichkeit zu bleiben. Immer wieder lässt die Frau sich auf Nähe ein, ohne zu wissen, ob der Andere Gefahr oder Trost bedeutet. Immer wieder wird dem Fremden die Türe geöffnet, um nicht in der Kälte und Einsamkeit der Großstädte zu ersticken. »Trost« (Deutsch von Alexander Sitzmann) ist ein zeitgenössischer Reigen zwischen Initimität und Fremdheit, zwischen Vertrauen und Verrat.

 

 

Ida Hegazi Høyer, geboren 1981 auf den Lofoten im nördlichen Norwegen, stammt aus einer dänisch-ägyptischen Familie und lebt in Oslo. Ihr Debütroman erschien 2012, für ihren dritten Roman »Unns-kyld« (2014) erhielt sie den Literaturpreis der Europäischen Union 2015. »Das schwarze Paradies« (2015, dt. 2017) stand wochenlang auf allen nationalen Bestenlisten. »Trost«, im Original 2017 erschienen, ist ihr zweiter Roman in deutscher Übersetzung.

 

buchLaden 46, Kaiserstraße 46, Bonn

 

Karten im VVK im buchLaden 46 & über Bonnticket 12 € / 6 €, Abendkasse 14 € / 8 €

In Kooperation mit


Knut Ødegård

»Die Zeit ist gekommen«

Moderation: Thomas Fechner-Smarsly

Lesung der deutschen Texte: Wolfgang Schiffer

Dienstag, 15. Oktober 2019, 19:00 Uhr

Röttgener Buchhandlung

»Die Zeit ist gekommen« (Deutsch von Åse Birkenheier) erschien 2017 im Original und versetzte die norwegische Literaturkritik in Begeisterung. Ødegårds vitale und vor allem mutige Poesie, die er uns hier in gewagten Bildern präsentiert, macht die Verletzlichen und Ausgegrenzten unter uns sichtbar. Ein eigener Themenkreis ist das Altern und der körperliche Verfall im Alter. Von politischer Aktualität sind Gedichte wie »Schatten«, das von einer vergewaltigten Mutter aus Aleppo handelt, die mit ihrem Kind auf der Flucht ertrinkt. Beeindruckend auch das visionäre Langgedicht »Nieselregen. Sie sieht und träumt«, das als Fortführung einer Weissagung aus der älteren Edda davon handelt, wie in einer nahen Zukunft Gier und Egoismus das Leben auf der Erde nachhaltig vergiften.

 

 

Knut Ødegård, geb. 1945 in Molde / Norwegen, lebt in seiner Heimatstadt und in Reykjavik / Island. Er studierte Theologie und Philosophie in Oslo, später Literatur in Cambridge, England. Er gilt als einer der größten Lyriker Norwegens und ist mit Übertragungen in über 40 Sprachen der meist übersetzte lebende Poet des Landes. »Die Zeit ist gekommen« war für den größten literarischen Preis Norwegens, den Brage-Preis, nominiert. Für sein kulturelles Engagement erhielt Ødegård zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen wie den größten Kulturpreis Norwegens, den Doblougpreis der Schwedischen Akademie u.a.m.

 

Röttgener Buchhandlung, Reichsstraße 53, Bonn

 

Karten im VVK in der Röttgener Buchhandlung & über Bonnticket 12 € / 6 €, Abendkasse 14 € / 8 €

 

 

In Kooperation mit


DIE TRADITIONELLE LITERATURHAUS- VERANSTALTUNG AM VORABEND DER FRANKFURTER BUCHMESSE IN DEUTSCHER UND NORWEGISCHER SPRACHE

NORWEGEN. DER TRAUM IN UNS

mit LOTTA ELSTAD/MATIAS FALDBAKKEN/LARS MYTTING

Lesung der deutschen Texte: Tatjana Pasztor

Moderation und Übersetzung: Hinrich Schmidt-Henkel

Montag, 14. Oktober, 19 Uhr, Bundeskunsthalle

LOTTA ELSTAD

»MITTWOCH ALSO«

Hedda, 33, ist nach einem One-Night-Stand ungewollt schwanger und möchte schnellstmöglich ab-treiben. Doch das norwegische Gesundheitssystem sieht eine mehrtägige Bedenkzeit vor, und die setzt ihr unerwartet zu … Elstads Blick auf einen wichtigen Aspekt weiblicher Selbstbestimmung ist unaufgeregt und sehr heutig. Ihr ist ein unterhaltsamer Roman gelungen, der Humor und eine klare feministische Grundhaltung verbindet.

 

Lotta Elstad, Jg. 1982, ist Autorin, Journalistin, Historikerin, Lektorin. Sie schreibt Romane und Sachbücher, »Mittwoch also« ist ihr erstes Buch auf Deutsch (Ü: Karoline Hippe).

 

 

MATIAS FALDBAKKEN

»THE HILLS«

Ein traditionsreiches Restaurant namens »The Hills«, klassische Einrichtung, diskrete Hintergrundmusik – darin einige Stammgäste und ein Kellner alter Schule, der penibel auf die Einhaltung der Routinen setzt. Freilich gerät die vermeintliche Ruhe mit dem Auftauchen einer unbekannten Schönheit aus den Fugen … In seinem jüngsten Roman (Deutsch von Maximilian Stadler) überrascht Matias Faldbakken mit Zurückhaltung und einem neuen melancholischen Ton. Subtil verborgen ist darin ein ironischer Abgesang auf die alteuropäische Kultur.

 

Matias Faldbakken, Jg. 1973, lebt als bildender Künstler und Autor in Oslo. 2003 erschien sein aufsehenerregender Debütroman »The Cocka Hola Company«, der Auftakt seiner Misanthropen-Romantrilogie. Er ist einer der bedeutendsten Gegenwartskünstler Skandinaviens, dessen Werke in den führenden Galerien weltweit ausgestellt werden.

 

 

LARS MYTTING

»DIE GLOCKE IM SEE«

Norwegen im Jahr 1880, in einem dunklen und abgeschiedenen Tal. Die junge Astrid entstammt einer alten Bauernfamilie. Sie verliebt sich in den neuen Pastor Kai Schweigaard, der die 700 Jahre alte Stabkirche der kleinen Gemeinde nach Deutschlandverkaufen und durch eine modernere Kirche ersetzen möchte. Er hat auch schon Kontakt zur Kunstakademie in Dresden aufgenommen, die den Architekturstudenten Gerhard Schönauer schickt. Er soll den Abtransport der Kirche nach Dresden überwachen. Astrid rebelliert, denn mit der Kirche würden auch die beiden Glocken verschwinden, die einer ihrer Vorfahren einst gestiftet hat. Man sagt ihnen übernatürliche Kräfte nach. Astrid fühlt sich zunehmend zu Gerhard hingezogen und muss sich entscheiden. Zwischen Tradition und Aufbruch..

 

Mytting hat ein Melodrama von archaischer Kraft (Deutsch von Hinrich Schmidt-Henkel) geschrieben, das dank seiner präzisen, heutigen Sprache niemals kitschig wird.

Lars Mytting, geb. 1968, stammt aus Fåvang im Guldbrandsdalen in Norwegen und arbeitet als Schriftsteller und Journalist. 2014 erschien sein internationaler Bestseller »Der Mann und das Holz. Vom Fällen, Hacken und Feuermachen«.

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Friedrich-Ebert-Allee 4, Bonn

 

Karten im VVK über Bonnticket und an der Abendkasse 16€ / 12,80€ (für Mitglieder des LHB und Art Card-Inhaber) / 8€

 

In Kooperation mit


Nora Bossong

»Schutzzone«

Moderation: Thomas Weiler

Montag, 7. Oktober, 19:30 Uhr

Saal im Haus der Bildung

Nach Stationen bei der UN in New York und Burundi arbeitet Mira für das Büro der Vereinten Nationen in Genf. Während sie tagsüber Berichte über Krisenregionen und Friedensmaßnahmen schreibt, eilt sie abends durch die Gänge der Luxushotels, um zwischen verfeindeten Staatsvertretern zu vermitteln. Bei einem Empfang begegnet sie Milan wieder, in dessen Familie sie nach der Trennung ihrer Eltern einige Monate lebte. Die Erinnerungen an diese Zeit im Frühjahr 94, unweit von Bonn, aber auch Milans unentschiedene Haltung zwischen gesuchter Nähe und schroffer Zurückweisung überrumpeln und faszinieren sie zugleich. Als ihre Rolle bei der Aufarbeitung des Völkermords in Burundi hinterfragt wird, gerät Miras Souveränität ins Wanken, ihr Glaube, sie könne von außen eingreifen, ohne selbst schuldig zu werden. Was bedeuten Vertrauen und Verantwortung? Wie greifen Schutz und Herrschaft ineinander?

Hellsichtig und empathisch geht Bossong diesen Fragen nach – in privaten Beziehungen wie auf der großen politischen Bühne – und setzt den Konflikten der Vergangenheit die Hoffnung auf Versöhnung entgegen.

 

Nora Bossong, Jg. 1982, schreibt Lyrik, Romane und Essays, für die sie vielfach ausgezeichnet wurde. Zuletzt erschienen ihr Roman »36,9°«(2015), ihre Reportage »Rotlicht« (2017) und der Gedichtband »Kreuzzug mit Hund« (2018).

Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1, Bonn

 

Karten im VVK über Bonnticket 12€/ 6€, Abendkasse 14€ / 8€

In Kooperation mit


Norbert Scheuer

»Winterbienen«

Moderation: Holger Schwab
Musik: Markus Quabeck
(kb),
Bernd Winterschladen
(sax)
buchLaden 46

Januar 1944: Egidius Arimond, ein frühzeitig aus dem Schuldienst
entlassener Latein- und Geschichtslehrer, schwebt wegen seiner Frauengeschichten, seiner Epilepsie, aber vor allem wegen seiner waghalsigen Versuche, Juden in präparierten Bienenstöcken ins besetzte Belgien zu retten, in höchster Gefahr. Gleichzeitig kreisen über der Eifel britische und amerikanische Bomber.


Arimonds Situation wird nahezu ausweglos, als er keine Medikamente mehr bekommt, ein Verhältnis mit der Frau des Kreisleiters beginnt und schließlich bei der Gestapo denunziert wird. Mit großer Intensität erzählt Norbert Scheuer in »Winterbienen« einfühlsam, präzise und spannend von einer Welt, die geprägt ist von Zerstörung und dem Wunsch nach einer friedlichen Zukunft.


Norbert Scheuer
, geboren 1951, lebt als freier Schriftsteller in der Eifel. Er erhielt zahlreiche Literaturpreise und veröffentlichte zuletzt die Romane »Die Sprache der Vögel« (2015) – nominert für den Preis der Leipziger Buchmesse – und »Am Grund des Universums« (2017). Sein Roman »Überm Rauschen« (2009) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. 2018/19 war Scheuer Mentor im 1 : 1-Mentoringprogramm des Literaturhauses Bonn.

24. September, 20 Uhr und

25. September, 20 Uhr

buchLaden 46, Kaiserstr. 46, Bonn


Eintrittskarten 15 € NUR im buchLaden 46

T 0228/223 608

In Kooperation mit


David Diop

»Nachts ist unser Blut schwarz«

Donnerstag, 19. September, 19:30 Uhr

Clara-Schumann-Gymnasium, Aula

Alfa Ndiaye kämpft im Ersten Weltkrieg an der Seite der Franzosen gegen die Deutschen – ein »Schokosoldat«, so nennen ihn die Kameraden. Als Alfas geliebter Kindheitsfreund in seinen Armen verblutet, packt ihn die Rachsucht. Wie ein Wahnsinniger zieht er über das Schlachtfeld und kehrt jeden Abend mit einem Gewehr des Feindes samt abgetrennter Hand zurück. Zunächst gefeiert, wird er von den eigenen Leuten zunehmend als »Wilder« gefürchtet. David Diop ruft uns mit archaischer Wucht die Vergessenen eines grausamen Krieges ins Gedächtnis.

 

 

David Diop wurde 1966 in Paris geboren und ist im Senegal aufgewachsen. Er unterrichtet heute französischsprachige afrikanische Literatur an der Universität Pau. »Nachts ist unser Blut schwarz« (Deutsch von Andreas Jandl) ist sein zweiter Roman, der in Frankreich als literarische Sensation gefeiert und in kürzester Zeit zum Presse- und Publikumsliebling wurde. U.a. erhielt er den von Schülerinnen und Schülern vergebenen Prix Goncourt des lycéens 2018.

 

 

Unsere KlasseBuch-Reihe startete im Frühjahr 2019 erfolgreich am Konrad-Adenauer-Gymnasium: Aufbauend auf Projektarbeit und Lektüre im Unterricht, wird eine öffentliche Lesung für Schülerinnen und Schüler zum Live-Erlebnis, an dem sie aktiv beteiligt sind.

Clara-Schumann-Gymnasium, Loestr. 14, Bonn

 

Karten im VVK über Bonnticket 12€ / 6€, Abendkasse 14€ / 8€

In Kooperation mit


mit Dorian Steinhoff und THERESA LACHNER

»LVSTPRINZIP«

Mittwoch, 18. September, 20 Uhr

Fabrik 45

Am 18. September kommt Theresa Lachner mit ihrem literarischen Debüt »Lvstprinzip« in die Fabrik 45. Ein Buch, das fragt, was das heute eigentlich sein soll: eine freie Frau. Ein Bildungsroman über das Begehren, über das diffuse Gefühl, irgendwie falsch zu sein und sich dafür zu schämen. Und darüber, was passiert, wenn man das einfach lässt. Deutschlands erfolgreichste Sexbloggerin erzählt von Bondageworkshops und weiblicher Ejakulation, Tantraseminaren und Pornodrehs. Und davon, wie sie in 36 Ländern unter jedem Stein nach einem Zuhause gesucht und es schließlich gefunden hat – in sich selbst.

 

 

Theresa Lachner, Jg. 1986, ist Journalistin, Speakerin und Gründerin des größten deutschsprachigen Sexblogs »Lvstprinzip«. Nach ihrem Studium lebte sie fünf Jahre lang ohne festen Wohnsitz und bereiste dabei 36 Länder. Sie schrieb u. a. für Business Punk, NEON, Spiegel Online, DIE ZEIT und sämtliche großen deutschsprachigen Frauenzeitschriften. Derzeit befindet sie sich in der Weiterbildung zur Sexologin.

 

www.literaturshow.de

 

 

Fabrik45, Hochstadenring 45, Bonn

 

Eintritt 6 €, Abendkasse und VVK über Bonnticket

 

 

gefördert von

 


In Kooperation mit


LiteraTour d´Europe

Selja Ahava

»Dinge, die vom Himmel fallen«

Lesung des deutschen Texts: Tatjana Pasztor

Moderation und Übersetzung: Stefan Moster

Montag, 16. September, 19:30 Uhr

Saal im Haus der Bildung