September bis Dezember 2011

Liebe Literaturfreunde in und um Bonn, liebe Leserinnen und Leser,

 

hier ist unser Vorschlag für kühle Herbst- und dunkle Winterabende: ein spannendes und vielseitiges Programm, zusammengestellt vom Verein Literaturhaus Bonn e.V., der im Oktober 2010 gegründet wurde und jetzt sein erstes Herbstprogramm vorlegt. Zwar heißen wir »Literaturhaus Bonn«, doch ein eigenes Haus haben wir leider noch nicht. Aber wir arbeiten vorläufig auch ohne. Zumal die Stadt Bonn reich an attraktiven Veranstaltungsorten ist: Rheinisches Landesmuseum und Universität, Bundeskunsthalle und Kunstverein, Theater Bonn und viele andere mehr, wo unsere Abende stattfinden. Der Name »Literaturhaus« steht für das Dach, das wir anregenden Literatur- und Sachbuchveranstaltungen bieten, Lesungen und Gesprächen mit zeitgenössischen Autoren, relevanten kulturpolitischen oder zeitgeschichtlichen Diskussionen.

 

Zum Beispiel mit Margarete Mitscherlich zum Thema »Radikalität des Alters« (Moderation: David Eisermann) oder mit den arabischen Autoren Samiha Khrais und Chaled al-Chamissi in unserer Reihe »Arabische Literatur«, moderiert von Stefan Weidner, Inhaber der Thomas-Kling-Poetikdozentur an der Universität Bonn 2011/2012. Die diesjährige Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Maja Haderlap ist bei uns zu Gast, und unser Schirmherr Roger Willemsen legt seine Lieblings-Jazzplatten für Sie im Rheinischen Landesmuseum auf. Die Schauspielerin Corinna Harfouch trägt Ihnen am Vorabend der Frankfurter Buchmesse mit dem Gastland Island Texte der drei Isländer Hallgrímur Helgason, Auður Ava Ólafsdóttir und Steinar Bragi vor, moderiert von Gisbert Haefs. Kurz vor Weihnachten können Sie auf einen Probeschluck Whisky im Café im Kunstmuseum vorbeischauen, wo Michael Klevenhaus gälische Kurzgeschichten liest.

 

Wenn Sie neugierig geworden sind oder Mitglied in unserem Förderverein werden möchten, finden Sie unser Konzept und weitere Informationen sowie den Mitgliedsantrag auf www.literaturhaus-bonn.de. Unser Büro erreichen Sie Di - Do von 9:00 - 13:00 Uhr unter Tel. 0177-4539722. Wir freuen uns über neue Mitglieder und auch über Vorschläge und Anregungen. Über Ihr Interesse und zahlreiche Besuche freuen wir uns natürlich auch.

 

 

Ihr Vorstand des Literaturhauses Bonn

Margarete Mitscherlich-Nielsen:

»Die Radikalität des Alters – Einsichten einer Psychoanalytikerin«

Lesung und Gespräch mit der Autorin

Moderation: Dr. David Eisermann

19.9.2011, 20:00 Uhr, Rheinisches Landesmuseum Bonn

 

Mit über neunzig Jahren wendet sich Margarete Mitscherlich nochmals den zentralen Fragen ihres Lebens zu: Dem Vergessen und Verdrängen und der Unfähigkeit der Deutschen zu trauern; der Emanzipation im weitesten Sinne, also der Befreiung von Denkeinschränkungen, Vorurteilen, Ideologien, aber auch im engeren Sinne der Emanzipation der Frau und ihrer Stellung in der Gesellschaft; den Geschlechterrollen, männlichen und weiblichen Werten. Zugleich reflektiert sie in ihrem jüngsten, bei S. Fischer erschienenen Werk, wie das Älter- und Altwerden ihre Sicht auf die Dinge prägt.

 

Margarete Mitscherlich-Nielsen (Jg. 1917) ist Psychoanalytikerin, Medizinerin und Autorin zahlreicher Bücher. Sie war Mitbegründerin des Sigmund-Freud-Instituts und Herausgeberin der Zeitschrift Psyche. Gemeinsam mit ihrem Mann Alexander Mitscherlich (1908 - 1982) veröffentlichte sie 1967 das bahnbrechende Buch Die Unfähigkeit zu trauern. Sie lebt in Frankfurt am Main.

 

 

 

Christof Wackernagel

»es – Traumtrilogie«

Lesung mit Christof, Sabine und Katharina Wackernagel, Moderation: Dietrich zu Klampen

29. 9.2011, 19:00 Uhr,

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

 

Der Schauspieler und Autor Christof Wackernagel, Jg. 1951, wurde 1977 als Mitglied der RAF verhaftet und für zehn Jahre inhaftiert. In dieser Zeit söhnte er sich mit dem von ihm in einer Schießerei verletzten Polizisten aus und distanzierte sich in einem schmerzhaften Prozess vom bewaffneten Kampf. Als Dokument der Auseinandersetzung entstand »es« in einer eigenen literarischen Form: Die Geschehnisse werden in den drei Aggregatzuständen des Traumes dargestellt, Traum, Halluzination und Tagtraum. Die Basis des Werks (zu Klampen Verlag) bilden Wackernagels schonungslos protokollierte Träume von 1979 bis 1994.

 

Die sehr persönlich konzipierte Veranstaltung wird moderiert vom Verleger Dietrich zu Klampen; es lesen der Autor, seine Schwester, die Schauspielerin Sabine Wackernagel, und seine als Darstellerin in Film und Fernsehen bekannte Nichte Katharina Wackernagel.

 

 

 

Roger Willemsen: My Favourite Things –

Roger Willemsen legt seine liebsten Jazzplatten auf

30.9.2011, 20:00 Uhr,

Rheinisches Landesmuseum Bonn

 

Seit Anfang der neunziger Jahre ist der Schirmherr des Bonner Literaturhauses Roger Willemsen unter anderem als Musik-vermittler in Fernsehen und Hörfunk bekannt. Spätestens seine Filme über Michel Petrucciani und Quincy Jones, seine Beiträge in Willemsens Musikszene, die WDR-Sendung Gefühlsausbrüche oder neuerdings die NDR-Sendung Roger Willemsen legt auf haben ihm ein großes Publikum gesichert, wenn er auszog, seine musikalischen Vorlieben zu erklären.

 

In einem eigenen Bühnenprogramm erläutert und präsentiert er nun seine liebsten Jazz-Titel. Dabei wird das Publikum nicht überfrachtet mit musiktheoretischem Wissen, vielmehr folgt Willemsen seiner Leidenschaft, erzählt Anekdoten, forscht den Stimmungen, dem Ausdrucksverhalten der Musik nach und sucht, diese Musik noch zugänglicher zu machen. Das Publikum erwartet ein Abend der musikalischen Schwärmerei, auch geeignet für Hörerinnen und Hörer, denen diese Musik bislang nicht nah war, die aber bereit sind, die Ohren zu öffnen.

 

 

 

»Die Isländer kommen!«

– Hallgrímur Helgason, Auður Ava Ólafsdóttir und Steinar Bragi

Lesungen und Gespräche mit den Autoren

Moderation: Gisbert Haefs

Lesung der deutschen Texte: Corinna Harfouch

10.10.2011, 19:00 Uhr, Bundeskunsthalle

 

Am Tag vor der offiziellen Eröffnung der Frankfurter Buchmesse präsentiert sich das diesjährige Gastland mit drei sehr unterschiedlichen literarischen Stimmen in Bonn:

 

Internationale Aufmerksamkeit verschaffte Hallgrímur Helgason die Verfilmung seines Romans 101 Reykjavik. Mittlerweile gehört der Autor und Künstler zu den bekanntesten Schriftstellern seiner Generation. Und er hat sich schon so manche Respektlosigkeit erlaubt, sogar gegenüber Halldór Laxness, dem einzigen Nobelpreisträger Islands. Nachdem er in seinem letzten Roman Tipps gegen das Morden und für den Abwasch gegeben hat, stellt er mit Eine Frau bei 1000° (Klett-Cotta) sein jüngstes Buch vor, auf das man gespannt sein darf.

 

Auður Ava Ólafsdóttir gehört zwar zur selben Generation wie Hallgrímur Helgason, jedoch brachte sie einen neuen Ton in die isländische Literatur – und sie schlug einen anderen Weg ein: vor ein paar Jahren trat die Kunsthistorikerin zum Katholizismus über (wie übrigens auch Halldór Laxness in jungen Jahren). Mit Weiß ich, wann es Liebe ist, ihrem ersten Roman auf Deutsch (erschienen im Suhrkamp-Verlag), nimmt sie uns mit ins Kloster – und auf eine innere Reise.

 

Steinar Bragi war 23, als sein erster Gedichtband erschien. Er gehört zur Riege der jungen Autoren, die ihre Einflüsse vor allem aus der Populärkultur beziehen. Wenn es nach ihnen geht, liegt Reykjavik nicht weiter von New York entfernt als vom Eyjafjallajökull. Für seinen Roman Frauen, der im Herbst 2011 im Verlag Antje Kunstmann in deutscher Sprache erscheint, war Steinar Bragi für den wichtigsten skandinavischen Literaturpreis, den Preis des Nordischen Rates, nominiert.

 

In Kooperation mit der Bundeskunsthalle und der Universität Bonn.

www.skandinavistik.uni-bonn.de

 

 

Literaturhaus: Arabische Literatur

Samiha Khrais: »Bücher der Flut«

Lesung und Gespräch mit der jordanischen Autorin

Lesung der deutschen Texte: Tatjana Pasztor, Theater Bonn;

Moderation: Stefan Weidner

18.10.2011, 20.00 Uhr, Werkstatt im Opernhaus

 

In Bücher der Flut (Alawi-Verlag) stehen die Krankenschwester Asmahan und ihre große Liebe Abdul-Razzak im Mittelpunk der Ereignisse, die sich von Beginn bis Mitte des 20. Jahrhunderts abspielen. Amman, die heutige Hauptstadt Jordaniens, wird zur Fluchtstätte für Menschen, die von überall her zuwandern, wo Kriege und Konflikte ausbrechen. Sie kommen aus Tschetschenien, Armenien und Osteuropa, aber auch aus benachbarten arabischen Ländern. Das Besondere: die Geschichte wird aus dem Blickwinkel von bereits vorhandenen oder eingeführten Gegenständen erzählt. Zum Beispiel aus der Perspektive von einem Ballen Seide, Zucker, einem Seil. In dem Roman stellt sich die Frage: Wie kommen all die Menschen miteinander aus? Kann beispielsweise der Muslim Abdul-Razzak die Christin Asmahan heiraten, oder beugt er sich der Tradition einer vorwiegend islamischen Gesellschaft?

 

 

In Kooperation mit: Theater Bonn, Universität Bonn, Institut für Palästinakunde, Bonn, Alawi Verlag, Kunststiftung NRW

 

 

 

Ingeborg-Bachmann-Preis 2011

Maja Haderlap: »Engel des Vergessens« Autorenlesung

1.11.2011, 19:30 Uhr, Akademisches Kunstmuseum

 

Präzise und sinnlich schildert die Ich-Erzählerin ihr Aufwachsen: den kargen Alltag in der Abgeschiedenheit der Kärntner Berge, die dominante Großmutter und das schwierige Verhältnis zwischen Vater und Mutter. Durch den unvoreingenommenen kindlichen Blick wird die Geschichte der Kärntner Slowenen im 20. Jahrhundert behutsam aufgerollt. Erst langsam begreift die Erzählerin die Zusammenhänge: Die Großmutter wurde von den Nazis deportiert und überlebte das Konzentrationslager, der Vater schloss sich noch in seiner Jugend den Partisanen an. Die historischen Verwerfungen beeinflussen das Leben in der vermeintlichen Abgeschiedenheit bis in die Gegenwart: Die Jugoslawienkriege erlebt die Protagonistin als junge Frau, die in ein eigenes Leben aufbricht.

 

Maja Haderlap wurde 1961 im slowenischen Teil Österreichs geboren und studierte Theaterwissenschaft und Germanistik. Sie arbeitete als Chefdramaturgin am Stadttheater Klagenfurt und lebt dort seit 2008 als freie Schriftstellerin. Nach Veröffentlichungen von Gedichtbänden auf Slowenisch und Deutsch wurde sie 2011 für ihr eindrückliches Romandebüt (Wallstein Verlag) mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet.

 

 

 

Jan Böttcher:

»Das Lied vom Tun und Lassen«

Autorenlesung

3.11.2011, 20:00 Uhr, Buchladen 46

 

Ein Mädchen ist vom Dach der Schule in den Tod gesprungen. Zurück bleibt ihre Freundin Clarissa, die statt fürs Abitur zu lernen in die Parallelwelt ihres Weblogs flüchtet. Neben ihr der alternde Lehrer Mauss, dessen berufliches Engagement kaum verbergen kann, wie sehr er seine Schüler braucht. Und Engler, der Schulgutachter, der zunächst gar nicht weiß, was er an dem Kleinstadtgymnasium überhaupt begutachten soll. Dass einer wie Mauss mehr auf Bindung als auf Bildung setzt, findet Engler dann allerdings verdächtig – bis er sich in Mauss´ besonderen Schützling Clarissa verguckt …

 

Jan Böttcher, Jg. 1973, lebt als Autor und Songwriter in Berlin. Beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2007 gewann er den Ernst-Willner-Preis. Nach 4 CDs mit seiner Band Herr Nilsson veröffentlichte Böttcher zuletzt 2008 das Solo-Album Vom anderen Ende des Flures; Das Lied vom Tun und Lassen (Rowohlt Verlag) ist sein dritter, zur Buchmesse 2011 erscheinender Roman.

 

Böttchers Prosa ist hochunterhaltsam, ohne leichter Lesestoff zu sein. Immer wieder bleibt man an schönen Sätzen hängen, an zarten Pointen.

Der Tagesspiegel

 

 

 

Latinale 2011

Martin Gambarotta (Argentinien), Minerva Reynosa (Mexiko) und Enno Stahl (Neuss)

Lesungen (deutsch und spanisch) und Gespräche

Moderation: Rike Bolte

15.11.2011, 19:30 Uhr, Haus an der Redoute

 

Das mobile Lyrik-Festival LATINALE ist ein jährlich stattfindendes Forum, auf dem aktuelle Tendenzen der lateinamerikanischen Lyrik präsentiert werden. Seit seiner Gründung 2006 durch Rike Bolte und Timo Berger hat sich das Festival als Plattform für in ihren Heimatländern herausragende, in Deutschland aber noch weitgehend unbekannte junge Autorinnen und Autoren etabliert.

 

Die Lyriker lesen ihre Texte wechselseitig auf Deutsch und Spanisch und diskutieren über die verschiedenen Bedingungen des Lebens und Schreibens zwischen Lateinamerika und Mitteleuropa.

 

Martín Gambarotta wurde 1968 in Buenos Aires, Argentinien, geboren. Neben vier Einzelbänden wurden seine Gedichte in zahlreichen Anthologien publiziert, u.a. in der Antología de la poesía hispanoamericana contemporánea (Pre-Textos, 2010). Seine Gedichte wurden bislang ins Englische, Deutsche und Norwegische übersetzt.

 

Minerva Reynosa wurde 1979 in Monterrey, Mexiko, geboren. Sie ist Dichterin und Essayistin. Bisher hat sie vier Gedichtbände vorgelegt, darunter Atardecer en los suburbios (Tierra Adentro, 2011). Derzeit ist sie Leiterin des internationalen Projekts poetischer Interventionen PIMP M(t)Y POETRY.

 

Enno Stahl wurde 1962 in Duisburg-Rheinhausen geboren und ist Autor, Kritiker und Organisator. Seit 2003 arbeitet er im Rheinischen Literaturarchiv des Heinrich-Heine-Instituts Düsseldorf. Seit 1986 veröffentlicht er Prosa, Lyrik, Essays und Glossen in diversen Anthologien und Zeitschriften. Zuletzt erschien sein Band Heimat & Weltall (Ritter 2009).

 

Gefördert vom NRW KULTURsekretariat (Wuppertal) und vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, NRW

 

 

 

Heinrich von Kleist:

»Die Wahrheit ist, dass mir im Leben nicht zu helfen war«

18.11.2011, 19:30 Uhr, Kammerspiele

 

Im November 2011 jährt sich zum 200. Mal der Todestag eines der größten deutschen Schriftsteller – am 21.11.1811 setzte Heinrich von Kleist am Berliner Wannsee seinem Leben ein Ende. Im Kleist-Jahr 2011 gedenken Literaturhaus und Theater Bonn dieses Dichters des absoluten Gefühls; Schauspieler des Bonner Ensembles lesen aus Briefen und Werken Kleists, der erst im 20. Jahrhundert die ihm gebührende Anerkennung fand.

 

Meine liebste Marie, mitten in dem Triumphgesang, den meine Seele in diesem Augenblick des Todes anstimmt, muss ich noch einmal Deiner gedenken und mich Dir, so gut wie ich kann, offenbaren …  dass ich eine Freundin gefunden habe, deren Seele wie ein junger Adler fliegt, wie ich noch in meinem Leben nichts Ähnliches gefunden habe; die meine Traurigkeit als eine höhere, festgewurzelte und unheilbare begreift, und deshalb, obwohl sie Mittel genug in Händen hätte, mich hier zu beglücken, mit mir sterben will. (Heinrich von Kleist an Marie von Kleist, 19.11.1811)

 

In Kooperation mit Theater Bonn

 

 

 

Literaturhaus: Arabische Literatur

Chalid al Chamissi:

»Im Taxi. Unterwegs in Kairo«

Lesung und Gespräch mit dem ägyptischen Autor

Moderation: Stefan Weidner

23.11.2011, 20:00 Uhr, Werkstatt im Opernhaus

 

Mit die­ser Publikation (Lenos Verlag) haben wir das ultimative Buch zur ägyptischen Revolution vor uns – und zwar nicht nur das Buch, das uns alles, was wir vom Land am Nil gegenwärtig hören, genau erklärt, sondern auch eines der literarischen Werke, die ein Katalysator der Protestbewegung gewesen sein dürften.

 

Die Geschichten funktionieren nach einem einfachen Muster: Der Erzähler hält ein Taxi an und kommt mit einem der 250 000 Kairoer Taxifahrer ins Gespräch. Da findet einer Aladins Wunderlampe, reibt an ihr, der Geist erscheint und stellt ihm ei­nen Wunsch frei. Eine Million ägyptische Pfund verlangt der glückliche Lampenbesitzer. Aber der Geist händigt ihm nur eine halbe Million aus. Warum? - Die Regierung ist mit fünfzig Prozent an der Lampe beteiligt! (Stefan Weidner in der Süddeutschen Zeitung)

 

Chalid al-Chamissi, geboren 1962 in Kairo, studierte Politikwissenschaften an der Universität Kairo und der Sorbonne. Er ist Journalist, Produzent, Regisseur und Drehbuchautor.

 

In Kooperation mit Theater Bonn, Universität Bonn, Institut für Palästinakunde, Bonn, Lenos Verlag, Kunststiftung NRW

 

 

 

H.C. Artmann – Lars Brandt

Film und Gespräch mit dem Regisseur Lars Brandt

25.11.2011, 19:00 Uhr,

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

 

Lars Brandts Dokumentarfilm Momente des Glücks - H.C. Artmann ist die letzte große Annäherung an den bereits von schwerer Krankheit gezeichneten Avantgardedichter und radikalen Romantiker, der sich mit großem Vertrauen auf diese Arbeit eingelassen hat und hier auf alle Masken verzichtet. Entstanden ist mit diesem Porträt ein menschliches und künstlerisches Zeugnis von äußerster Intensität.

 

Dem Film H. C. Artmann – Momente des Glücks, 2000 im WDR und auf Arte ausgestrahlt, folgte 2001 Brandts Buch H.C. Artmann – ein Gespräch im Residenz Verlag. Elf Jahre nach Artmanns Tod rückt das Literaturhaus Bonn zu seinem neunzigsten Geburtstag Person und Werk Artmanns aus der ebenso sensiblen wie reflektierten Perspektive des Autors Lars Brandt ins Blickfeld.

 

 

 

Michael Klevenhaus:

»Sgeul ghoirid agus Tè bheag (´N Kurzer und ’ne Kurzgeschichte)«

4 sgeulachdan goirid agus uisge-beatha -

Vier gälische Kurzgeschichten und vier Whiskies

9.12.2011, 19:30 Uhr, Café im Kunstmuseum Bonn

 

Michael Klevenhaus liest schottisch-gälische Kurzgeschichten aus dem ersten zweisprachigen Buch, das je in gälischer und deutscher Sprache erschienen ist: An Claigeann aig Damien Hirst/ Der Schädel von Damien Hirst. Geschichten z. B. über virtuelle Freunde, eine Dorfdisko, ein Navi, welches sich während einer Reise entlang des Loch Lomond auf Abwege begibt, und darüber, wie man in Schottland aus einer Mücke einen Elefanten macht. Zu jeder Kurzgeschichte gibt es eine kleine Einführung und den geographisch passenden Whisky. Die Küche des Cafés bietet schottische Spezialitäten aus dem Hochland an. Bitte vorher anmelden, damit wir wissen, wieviel Whisky besorgt werden muss.

 

Michael Klevenhaus ist Verfasser des Lehrbuches der schottisch-gälischen Sprache, schreibt Kurzgeschichten auf Gälisch, singt auf Gälisch (träumt auch manchmal auf Gälisch) und ist Leiter des Deutschen Zentrums für Gälische Sprache und Kultur in Bonn.

 

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Gälische Sprache und Kultur (www.schottisch-gaelisch.de)

 

 

 

LITERATURHAUS: SCHREIBEN

Autorenworkshops der Textmanufaktur Leipzig in Kooperation mit dem Literaturhaus Bonn

 

10./11. 9.2011

»Täter, Opfer und Ermittler. Figuren und Plot im Kriminalroman.«

Autorenworkshop mit der Krimiautorin Gisa Klönne

Seminarleitung: Die Kölner Krimiautorin Gisa Klönne, deren neuer Roman Nichts als Erlösung im Oktober bei Ullstein erscheint, und André Hille (Textmanufaktur). 

 

26./27.11.2011

»Pitch, Exposé, Text.«

Autorenworkshop mit Olaf Petersenn

Das Seminar behandelt Strategien der Darstellung eines Buches nach außen, ausgehend von der Erkenntnis, dass man viel über einen langen Text lernt, wenn man wenige Worte machen muss. Weiterhin geht es um den fundierten, analytischen Blick auf die Prosaauszüge der Teilnehmer und deren Einordnung in den aktuellen deutschsprachigen Buchmarkt.

 

Seminarleitung: Olaf Petersenn (Kiepenheuer & Witsch) und André Hille (Textmanufaktur)

 

Weitere Informationen unter www.text-manufaktur.de.

Grusswort

Roger Willemsen

Schirmherr 2010-2016

In Kooperation mit

»Wie gut, dass die Literatur in Bonn endlich ein Dach bekommt: Große Autorinnen und Autoren, Romane und Dichtung, Vergangenheit und Gegenwart, Zeitkritik und Polemik, kunstvoll Ziseliertes und spontan Improvisiertes, lauter innere Ereignisse. Die Ressourcen der Literatur sind unerschöpflich, und sie bieten der Leserschaft unendliche Möglichkeiten der Selbstverwandlung an. Freuen Sie sich also, es ist angerichtet. Nun müssen nur noch die Gäste kommen: Sie.«



Gefördert vom Kulturamt der Bundesstadt Bonn und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Stadt Bonn