Januar bis märz 2019

Kamel daoud

»zabor«

Moderation und Übersetzung: Landry Charrier, Almuth Voß

Dienstag, 26. März, 19:30 Uhr

Institut français Bonn

Nach seinem weltweit erfolgreichen Erstling »Der Fall Meursault« hat der algerische Autor Kamel Daoud den zweiten Roman vorgelegt: eine große Parabel über die Macht des Erzählens und des Erzählers: Ismaël, der sich selbst Zabor nennt, verliert früh seine Mutter. Vom Vater verstoßen, wächst er bei seiner altjüngferlichen Tante und dem stummen Großvater auf. Trost und Zuflucht findet er in der Literatur, er verschlingt alles, was er in die Finger kriegen kann. Viel ist das jedoch nicht in einem algerischen Dorf, das im Süden bereits an die Sahara grenzt, und so beginnt Zabor, seine eigenen Geschichten zu schreiben und entdeckt dabei schon früh ein besonderes Talent:  seine Gabe, das Leben von Sterbenden zu verlängern. So lange er über jemanden schreibt, so lange hält er dessen Tod auf Abstand … Ein kraftvoller Roman (Deutsch von Claus Josten), in den Daoud alles hineingelegt hat, was ihn selbst nicht loslässt: die Liebe zu Algerien, die Frustration über eine Religion, die die Menschen klein macht – und die Begeisterung für die Literatur, die alles sein kann, Unterdrückungsinstrument genauso wie Mittel zur Befreiung.

 

Kamel Daoud, Jg. 1970, lebt in Oran und arbeitete lange als Journalist; u. a. schrieb er eine der meistgelesenen täglichen Kolumnen Algeriens. Für »Der Fall Meursault « wurde er mit dem Prix Goncourt du premier roman ausgezeichnet.

 

Institut Français Bonn, Adenauerallee 35, Bonn

Karten im VVK über Bonnticket 12 € / 6 €, Abendkasse 14 € / 8 €

In Kooperation mit



Grusswort

Roger Willemsen

Schirmherr 2010-2016

»Wie gut, dass die Literatur in Bonn endlich ein Dach bekommt: Große Autorinnen und Autoren, Romane und Dichtung, Vergangenheit und Gegenwart, Zeitkritik und Polemik, kunstvoll Ziseliertes und spontan Improvisiertes, lauter innere Ereignisse. Die Ressourcen der Literatur sind unerschöpflich, und sie bieten der Leserschaft unendliche Möglichkeiten der Selbstverwandlung an. Freuen Sie sich also, es ist angerichtet. Nun müssen nur noch die Gäste kommen: Sie.«



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