September bis Dezember 2017

Natascha Wodin

»Sie KAm AUS MARIUPOL«

Moderation: David Eisermann

Freitag, 15. September, 19:30 Uhr

Saal im Haus der Bildung

 

»Wenn du gesehen hättest, was ich gesehen habe«, sagte Natascha
Wodins Mutter immer wieder und nahm doch, was sie meinte, mit
ins Grab. Die zehnjährige Tochter wusste nicht viel mehr, als dass sie als eine Art Kehricht vom Krieg übriggeblieben war. Erst Jahrzehnte später öffnet sich der Autorin die Blackbox ihrer Herkunft, erst ein bisschen, dann immer mehr. In »Sie kam aus Mariupol« spürt Natascha Wodin dem Leben ihrer ukrainischen Mutter nach. Bestürzend intensiv beschreibt sie ein vernach-lässigtes Anhängsel des Holocaust: die Zwangsarbeit im Dritten Reich. Wie durch ein spätes Wunder tritt Wodins Mutter aus der Anonymität heraus: weil »Wodin den Stoff nicht nur aufgreift, sondern bis ins Herz durchdringt, schreibt sie die Geschichte der Mutter in die Weltliteratur ein.« Stuttgarter Zeitung

 

Natascha Wodin wurde als Kind verschleppter sowjetischer Zwangsarbeiter 1945 in Fürth geboren. Sie wuchs in Nachkriegs-lagern für »Displaced Persons« und, nach dem Suizid ihrer Mutter, in einem katholischen Mädchenheim auf. Nach anschließender Obdachlosigkeit arbeitete sie als Telefonistin, Dolmetscherin und schließlich Übersetzerin russischer Literatur. Seit 1980 ist Wodin freie Schriftstellerin. Ihre Werke setzen sich mit Entwurzelung und Ortlosigkeit auseinander. »Sie kam aus Mariupol« wurde 2017 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse und mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet.

 

Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1, Bonn

Karten im VVK über Bonnticket 12 € / 6 €, Abendkasse 14 € / 8 €

 

In Kooperation mit:


Grusswort

Roger Willemsen

Schirmherr 2010-2016

»Wie gut, dass die Literatur in Bonn endlich ein Dach bekommt: Große Autorinnen und Autoren, Romane und Dichtung, Vergangenheit und Gegenwart, Zeitkritik und Polemik, kunstvoll Ziseliertes und spontan Improvisiertes, lauter innere Ereignisse. Die Ressourcen der Literatur sind unerschöpflich, und sie bieten der Leserschaft unendliche Möglichkeiten der Selbstverwandlung an. Freuen Sie sich also, es ist angerichtet. Nun müssen nur noch die Gäste kommen: Sie.«



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