September bis Dezember 2018

Hans Pleschinski

»wiesenstein«

Mittwoch, 12. Dezember, 19 Uhr

Haus Schlesien

Der alte Mann, eine Berühmtheit, Nobelpreisträger, verlässt mit seiner Frau das Sanatorium und wird mit militärischem Begleitschutz zum Zug gebracht. Es ist März 1945, das Sanatorium liegt im zerstörten Dresden, und der Zug fährt nach Osten. Gerhart und Margarete Hauptmann nämlich wollen nirgendwo anders hin als nach Schlesien, in ihre Villa „Wiesenstein“, ein prächtiges Anwesen im Riesengebirge. Dort wollen sie weiterleben, in einer hinreißend schönen Landschaft, mit eigenem Masseur und Zofe, Butler und Gärtner, Köchin und Sekretärin, ein immer noch luxuriöses Leben für den Geist führen inmitten der Barbarei. Aber war es die richtige Entscheidung? Überhaupt im Dritten Reich zu bleiben? Und was war der Preis dafür? Können sie und ihre Entourage unbehelligt leben, jetzt, da der Krieg allmählich verloren ist, russische Truppen und polnische Milizen kommen? Und das alte Schlesien untergeht?

 

Pleschinski erzählt in Wiesenstein erschütternd und farbig, episodenreich und spannend vom großen, genialen Gerhart Hauptmann, von Liebe und Hoffnung, Verzweiflung und Angst. Er erzählt vom Ende des Krieges, dem Verlust von Heimat und von der großen Flucht. Die Geschichte eines irrend-liebenden Genies und einer untergehenden und sich doch dagegen stemmenden Welt, ein überwältigender Roman.

 

Hans Pleschinski, geboren 1956, lebt als freier Autor in München.
Zur Lesung erklingen musikalische „Miniaturen“ auf Hauptmanns Zitronenholzflügel, vorgetragen von der Bonner Pianistin Michelle Woo. 

 

In Kooperation mit: Haus Schlesien

Haus Schlesien, Dollendorfer Str. 412, 53639 Königswinter

Eintritt inkl. 1 Glas Wein 10 €, ermäßigter Eintritt 6 €

Karten über T 02244-8860, kultur@hausschlesien.de oder an der Abendkasse

Grusswort

Roger Willemsen

Schirmherr 2010-2016

»Wie gut, dass die Literatur in Bonn endlich ein Dach bekommt: Große Autorinnen und Autoren, Romane und Dichtung, Vergangenheit und Gegenwart, Zeitkritik und Polemik, kunstvoll Ziseliertes und spontan Improvisiertes, lauter innere Ereignisse. Die Ressourcen der Literatur sind unerschöpflich, und sie bieten der Leserschaft unendliche Möglichkeiten der Selbstverwandlung an. Freuen Sie sich also, es ist angerichtet. Nun müssen nur noch die Gäste kommen: Sie.«



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