»Das geflüchtete Wort«

Wertvolle Originale der deutschsprachigen Exilliteratur

 

9. Mai bis 2. Juni 2018

Stadtbibliothek Bonn

 

 

Rahmenprogramm

Volker Weidermann »Ostende«

 

KulturForum TürkeiDeutschland »Stimmen der Freiheit«

 

u. a. m.


 

»Für Frau Helen Bryan als Dank der geretteten antifaschistischen Flüchtlinge«

Anna Seghers, Widmung in der Erstausgabe »Das siebte Kreuz«, Mexico 1942

 

Wenn heute von Flüchtlingen die Rede ist, denken viele an die Gegenwart, an Ertrunkene im Mittelmeer und kontrovers diskutierte

Integrationspolitik. Dabei ist es gerade einmal 85 Jahre her, dass der NS-Faschismus in Deutschland für hunderttausende Menschen die Fluchtursache war. Sie mussten ihre Heimat verlassen, um als politisch, religiös, ethnisch oder aufgrund ihrer sexuellen Orientierung Verfolgte ihr Leben in Sicherheit zu bringen.

 

Unter ihnen waren zahlreiche Kulturschaffende: schreibende, theaterspielende, musizierende und forschende Frauen und Männer, die nicht zum arischen Herrenmenschenwahn in Deutschland passten. »So zielsicher und planvoll die Vernichtung geistiger Güter in Nazi-Deutschland fortschritt, so arm an wirklichen Dichtern wurde das Land der Dichter und Denker« (Peter M. Lind, New York 1944). Aber die Kultur an sich konnte nicht getötet werden. Die Glücklichen, denen die Flucht gelang, fanden im Exil nicht nur Länder, Städte und Orte zum Überleben, sondern

auch Orte zum Arbeiten und zum Schreiben. Das Ergebnis ist eine

nahezu unüberschaubare Fülle an Exilliteratur.

 

Im Mai 2018 zeigt das Bonner Antiquariat Walter Markov in Zusammenarbeit mit Stadtbibliothek und Literaturhaus eine Ausstellung von Originalwerken der deutschsprachigen Exilliteratur. Sie erschienen weltweit in Verlagen z.B. in Amsterdam, Prag, Paris, Moskau, Buenos Aires, Tel Aviv, Santiago de Chile und New York. Die zum Teil äußerst seltenen Bücher, darunter Werke von Anna Seghers, Bertolt Brecht und Joseph Roth, stammen aus den Beständen des Antiquariates und des Berliner Sammlers Falk Seidel.

 

 

Stadtbibliothek Bonn, Mülheimer Platz 1, Bonn
Di, Do, Fr 10-19 Uhr; Mi 10-20 Uhr; Sa 10-14 Uhr

kein Eintritt

 

In Kooperation mit


Grusswort

Roger Willemsen

Schirmherr 2010-2016

»Wie gut, dass die Literatur in Bonn endlich ein Dach bekommt: Große Autorinnen und Autoren, Romane und Dichtung, Vergangenheit und Gegenwart, Zeitkritik und Polemik, kunstvoll Ziseliertes und spontan Improvisiertes, lauter innere Ereignisse. Die Ressourcen der Literatur sind unerschöpflich, und sie bieten der Leserschaft unendliche Möglichkeiten der Selbstverwandlung an. Freuen Sie sich also, es ist angerichtet. Nun müssen nur noch die Gäste kommen: Sie.«



Gefördert vom Kulturamt der Bundesstadt Bonn und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Stadt Bonn